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Anti-Aging-Wunder mit Pinsel und Farbe: Jungbrunnen in der Kunst – Teil 1
Inspiriert von unserem Interview mit Professor Madeo („Jungbrunnen Spermidin?“) habe ich mich auf die Suche nach weiteren Aspekten der faszinierenden Thematik „Jungbrunnen“ gemacht. Die mythologische Vorstellung und wundersame Ahnung, dass es wohl irgendwo auf der Welt einen Jungbrunnen geben müsse, der uns ewig-jugendliche Schönheit verleiht, ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst, und beflügelte seit jeher die menschliche Fantasie.
Ganze Expeditionen wurden schon ausgeschickt, um den Brunnen mit dem Anti-Aging-Wunderwasser ausfindig zu machen. So war etwa der spanische Hauptmann Juan Ponce de Léon im Jahr 1513 mit seinen Mannen und Karavellen mehr als sechs Monate lang unterwegs, auf der Suche nach der Insel Bimini, auf der sich laut Indio-Sagen der Jungbrunnen befinden sollte. Entdeckt hat er das „Wasser des Lebens“ freilich nicht – dafür aber Florida, wo übrigens bis in die heutige Zeit hinein nicht wenige Menschen den Jungbrunnen vermuten.
Wirklich gefunden hat ihn auch bis heute wohl noch niemand – vielleicht einmal von Professor Madeo abgesehen, der genau dies aber in unserem Interview mit akademischer Bescheidenheit weit von sich weist. Doch zumindest in einem Bereich kann man ihn bereits heute in vielfältiger Form entdecken, sprudeln sehen und auch (zumindest mit dem Auge) in ihm baden: nämlich in der Kunst, in der Malerei. Hier ist der Jungbrunnen längst Realität, und das schon seit vielen Jahrhunderten. Vom Mittelalter bis in die Gegenwart beschäftigte die Beauty-Vision schlechthin zahllose Künstler, und inspirierte sie zu kühnen Fantasien in Farbe, auf Leinwand, Papier oder Stein. Wer hätte es gedacht: Sogar bis auf ein modernes Zahlungsmittel, eine offizielle Banknote, hat es der Jungbrunnen bereits als Motiv geschafft! (…doch dazu im zweiten Teil dieser Serie noch mehr).
Ich habe im Rahmen einer kleinen, dreiteiligen Serie aus mehr als einem halben Jahrtausend einige mir besonders interessant erscheinende Beispiele für Jungbrunnen-Utopien in der Malerei zusammengetragen, die vor allem eines zeigen: der Jungbrunnen lebt – man muss nur genau genug hinschauen…
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JUNGBRUNNEN SPERMIDIN? – Edle Essenzen im Gespräch mit Professor Madeo

Unser Gesprächspartner Professor Madeo
Im Oktober erschienen weltweit sensationell anmutende Pressemeldungen aus der Welt der Wissenschaft, die uns von der Redaktion Edle Essenzen – wie auch viele unserer Leserinnen und Leser – hellhörig werden ließen: Eine Forschergruppe rund um Professor Francesco Madeo vom Grazer Institut für Molekulare Biowissenschaften hat im Rahmen von Laborversuchen herausgefunden, dass die gezielte Zuführung einer Substanz namens Spermidin den natürlichen Alterungsprozess von Körperzellen bremsen, die zelluläre „Müllabfuhr“ kräftig ankurbeln – und damit deren Leben verlängern könnte. Anti-Falten-Cremes, Botoxspritzen und Schönheitschirurgie – alles vielleicht eines Tages obsolet dank Spermidin? Wir wollten genauer wissen, was dahinter steckt, und baten Professor Madeo zu einem spannenden Interview zum wohl seit jeher faszinierendsten Beauty-Thema überhaupt: dem Jungbrunnen…

"Der Jungbrunnen" - Gemälde von Lucas Cranach, 1546
Edle Essenzen: Herr Professor Madeo, seit der Antike gibt es den mythologischen Traum der Menschheit von einem “Jungbrunnen”, der uns ein ewig jugendliches Aussehen, oder gar Unsterblichkeit beschert. Wie weit sind wir derzeit tatsächlich davon entfernt, dass dieser Mythos Realität werden könnte?
Professor Madeo: Genauso unendlich weit wie immer. Moderne plastische Chirurgie hat der Ewigkeit ein paar Jahre abgetrotzt, mehr nicht. Außerdem würde sich dieser Traum bald in einen Alptraum verwandeln: Nur die Tatsache, dass uns ein Endpunkt gesetzt ist, gibt uns den Impuls, den Tag zu leben und zu lieben. Menschen, die plötzlich erfahren, dass sie in zwei Jahren an einer unheilbaren Krankheit sterben werden, berichten oft von einem erstaunlichen Phänomen: Nach anfänglicher Verzweiflung, stellen sie ihr Leben um, saugen die Freude aus jeder Minute und tun die Dinge, die sie immer schon tun wollten. Manchmal sagen diese Todgeweihten: Ich habe erst wirklich gelebt, als ich wusste, dass meine Zeit endlich ist.









