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„Duft ist so mächtig!“: Interview mit US-Top-Parfümeurin Yosh Han (Teil 1)

Vor wenigen Tagen war San Franciscos Star-Parfümeurin Yosh Han zu Gast in Berlin. Nach der erstmaligen Präsentation ihrer außergewöhnlichen Düftekollektion vor einigen Wochen bei Essenza Nobile war dies für uns bereits der zweite gute Grund in Folge, die derzeit wohl angesagteste Parfümeurin der US-Westküste in unseren redaktionellen Beichtstuhl zu bitten. Zu „beichten“ gab es dabei freilich wenig – dafür aber umso mehr erbauliches bis erstaunliches zu erzählen: etwa von ihren Tagen als Piraten-Ausstatterin, olfaktorischen Zeitreisen und „Transaromation“, duftenden Erinnerungen an ihr erstes Halloween im Kindergarten von Los Angeles, der ganz besonderen Magie ihrer Heimatstadt San Francisco – und von der heimlichen Welt- und Supermacht Nummer Eins: den Düften…

Yosh HanEdle Essenzen: Stimmt es, dass Ihre Karriere als Parfümeurin im Jahr 1994 in Aspen Colorado begann? Ich habe gehört, dass Sie dort damals vor einem Parfumladen gestanden sind und tief in sich das Gefühl verspürt haben, da hineingehen und sich um einen Job bewerben zu müssen – ganz egal, ob sie tatsächlich jemanden einstellen wollten oder nicht. Klingt verrückt! Können Sie uns mehr über diesen magischen Moment erzählen, und wie die Geschichte dann weiterging?

Yosh Han: Ja! Das war einer dieser „Das-Leben-schreibt-doch-immer-die-besten-Geschichten“-Momente. Je länger ich in dem Shop war, umso mehr fühlte ich mich dazu ermutigt. Wenn so etwas passiert, glaube ich, dass das Universum seine Hände im Spiel hat. Nachdem mich der Manager mehrmals abgewiesen hatte, kam der Besitzer aus dem Geschäft – der hatte spontan ein gutes Gefühl mir gegenüber und stellte mich an Ort und Stelle ein. Letztlich wurde ich rasch zur Filialleiter-Assistentin und arbeitete dort drei Jahre lang, kreierte Düfte für Kunden. Das war ein großer Spaß. Es beeindruckte mich, da ich zuvor eine Floristin gewesen war und sich die Welt der Blumen nun in einer tiefergehenden Weise für mich öffnete. Göttliche Inspiration!

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„Fragrance is so potent!“: an interview with U.S. top perfumer Yosh Han

Only a few days ago, San Francisco´s star perfumer Yosh Han visited Berlin. After the launch of her extraordinary fragrance collection at Essenza Nobile some weeks ago, this was already the second good reason for us to ask this top perfumer from the U.S. west coast to come into our editorial confessional for an interview. However, there was not much to „confess“ – but all the more inspiring and amazing to tell: about her days as a pirate´s supplier, olfactory time travels and „transaromation“, about her fragrant memories of her first Halloween at the kindergarten in Los Angeles, the very special magic of her hometown San Francisco – and about the secret global superpower number one: fragrance…

Yosh HanEdle Essenzen:  Is it right that your career as a perfumer started in 1994 in Aspen Colorado? I´ve heard that you were standing in front of a perfumer´s shop there and deeply felt inside that you have to go in and apply for a job, no matter whether they were looking for an employee or not. Sounds crazy! Can you tell us more about that magical moment and how that story continued?

Yosh Han: Yes! One of those „truth is stranger than fiction“ moments. The more I was in the shop, the more emboldened I felt. When that happens, I suppose the Universe works with you. After the Manager turned me away a few times, the Owner came out of the shop and had a good feeling about me and hired me on the spot. I ended up becoming the Assistant Manager right away and worked there for 3 years – creating custom fragrances for people. It was great fun. It made an impression on me because I had been a florist before that so the world of flowers opened up in a deeper way. Divine Inspiration!

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„Der Weg zum schönen Tiegel war sehr lang“: Exklusiv-Interview mit Dr. Azita Daneshfar

Dr. med Azita Daneshfar

Dr. med. Azita Daneshfar

Wenn sie aus der Villa eines Filmstars oder aus einem Königspalast kommt, war sie garantiert nicht nur zum Teetrinken dort: Die Züricher Dermatologin Dr. Azita Daneshfar ist eine der international gefragtesten Spezialistinnen für ästhetische Medizin – die A-Prominenz-Dichte auf ihrer Patientenliste ist hoch.

Nachdem wir erst vor wenigen Wochen ihre sensationelle Hautpflegelinie Mesoformula vorgestellt haben, gab uns Dr. Daneshfar nun ein ausführliches Exklusiv-Interview. Darin gewährt sie interessante, oftmals sehr persönliche Einblicke in ihre Schönheitsphilosophie und ihre sanfte Erfolgsbehandlung Mesotherapie, erzählt über den langen Weg zur Hautpflege-Sensation Mesoformula – und von der Beauty-Welt der VIPs, in der Diskretion (fast) alles ist…

Edle Essenzen: Frau Dr. Daneshfar, bei Ihren Beauty-Behandlungen geben sich, so hört man, Prominente, Filmstars und Angehörige europäischer Königshäuser die Klinke in die Hand. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie uns keine Namen verraten werden – selbst wenn Sie gerade eben von einer Behandlung der Queen, von Prinz Charles oder Michelle Obama kommen sollten?

Dr. Daneshfar: Ich muss Sie leider effektiv enttäuschen, ich spreche nicht über meine Patienten, ob öffentlich bekannt oder unbekannt. In meinen Behandlungszimmern in Zürich hängen zwar Photos von mir mit einigen meiner prominenten Patienten und Patientinnen, aber ich erwähne trotzdem keine Namen in der Öffentlichkeit.

Edle Essenzen: Wie wichtig ist in Ihrem Beruf Diskretion und Verschwiegenheit?

Dr. Daneshfar: Für mich ist Diskretion sehr wichtig und eine Selbstverständlichkeit. Das wissen meine Patienten und Patientinnen zu schätzen.

Edle Essenzen: Niemand würde ein Geheimnis daraus machen, regelmäßig zum Zahnarzt oder zum Friseur zu gehen und sich die Haare von einem Spezialisten in Form bringen zu lassen – warum ist das gerade bei Beauty-Behandlungen so anders?

Dr. Daneshfar: Der Besuch beim Zahnarzt oder Friseur ist, meines Erachtens, gar nicht so anders als beim Beauty-Arzt. Nirgends möchte man zugeben, für die Schönheit Eingriffe vornehmen zu lassen. Man geht zwar zum Zahnarzt, aber würde ungern zugeben, dass man sich die Zähne bleachen lässt. Man geht auch nur zum Haareschneiden zum Coiffeur, aber nicht, um sich die Haare färben oder Extensions reinmachen zu lassen. Bei Beauty-Behandlungen ist es nicht anders. Dass man zur Kosmetikerin für eine entspannende Gesichtsbehandlung geht, gibt man freimütig zu, aber eine Faltenbehandlung beim Arzt würde man nie erwähnen. Wenn man zugibt, der Schönheit oder Jugendlichkeit nachgeholfen zu haben, reagiert die Umgebung in der Regel mit Unverständnis. Selten wird jemand gelobt, dass er sich bemüht, seine Attraktivität durch Eingriffe aufrecht zu erhalten oder zu verbessern. Es wird offen kritisiert, dass diese Eingriffe Reflektion von Oberflächlichkeit seien. Um daher Ruhe vor solchen Reaktionen zu haben, halten die meisten ihre Beauty-Behandlungen im Geheimen.

Edle Essenzen: Wie weit verbreitet sind in Prominentenkreisen ihrer Einschätzung und Erfahrung nach ästhetisch-medizinische Korrekturen? Gibt es überhaupt noch jemanden, der uns da von Hochglanz-V.I.P.-Magazinen anlächelt oder abends in Talkrunden über den Bildschirm flimmert, der so aussieht, wie es eigentlich von Natur aus der Fall wäre?

Dr. Daneshfar: Eine nicht unwesentliche Anzahl von Prominenten unterzieht sich medizinisch-ästhetischen Behandlungen. Der Druck auf Prominente ist enorm, da sie kontinuierlich der Öffentlichkeit ausgesetzt sind und von dieser beurteilt werden.

Edle Essenzen: Können Sie als Expertin eigentlich auf einen Blick erkennen, ob jemand in punkto Schönheit “nachgeholfen” hat oder nicht?

Dr. Daneshfar: Ja, in der Regel schon.

Celebrity

"Der Druck auf Prominente ist enorm, da sie kontinuierlich der Öffentlichkeit ausgesetzt sind und von dieser beurteilt werden"...

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Parfum in den Genen, Rosenduft im Benzintank: Das große Sommerinterview mit Romano Ricci

Romano Ricci“Cherchez l´homme”: der Mann und kreative Kopf hinter JULIETTE HAS A GUN im Interview mit Edle Essenzen.

Mal ehrlich: diesem Mann wurde der Sinn für Edles und Schönes doch förmlich in die Wiege gelegt. Seine Urgroßmutter – Nina Ricci, die Grande Dame der Pariser Haute Couture. Sein Großvater – Robert Ricci, der ganzen Frauengenerationen die Parfumlegende ”L’air du Temps” schenkte. Wie hätte da aus Romano Ricci nicht der Schöpfer des Damenparfum-Kultlabels Juliette Has a Gun, sondern – sagen wir einmal… ein Formel-1-Rennfahrer werden können? Einer jener PS- und Geschwindigkeit-Junkies, die zumeist nur von einem Duft umweht werden – Kopfnote: Benzin. Herznote: Motorenöl. Basisnote: Reifengummi! Meisterlich abgerundet mit einem sinnlichen Hauch glühenden Asphalts

Obwohl: so hätte es durchaus auch kommen können, wie sich in unserem Interview mit einem überaus sympathischen und gut aufgelegten Romano Ricci schnell herausstellt. Doch alles der Reihe nach…

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„Ich bin ein Wanderer zwischen den Welten…“: Exklusiv-Interview mit Serge Lutens

Serge LutensSchon sein Name klingt in manchen unserer Ohren wie ein kleines Gedicht. Seine Parfümsbezaubernde Poesie, große Lyrik in Düften. Sein Leben – scheinbar schwere-, rast- und grenzenlos. Serge Lutens ist schon zu Lebzeiten so etwas wie eine wandelnde Legende der Parfümeriebranche. Die überbordende Vielfalt und beispiellose Raffinesse seiner Düfte spiegelt nicht nur den außerordentlichen Facettenreichtum seiner Persönlichkeit wider, sondern auch seinen unstillbaren Durst nach neuen Horizonten, seine unbändig sprudelnde Leidenschaft für die Welt, für die Kreation, für das Leben – ja, für sich selbst…

Serge Lutens ist ein Freigeist und Visionär, ein Grenzgänger und Pionier, ein Suchender und Besessener, ein Weltbürger und Düfte-Poet. Ein Mann, der mit seinen (wir dürfen das verraten) 68 Jahren dreist von sich behauptet, „keinen eigentlichen Beruf“ zu haben, ja, noch nicht einmal „Künstler“ zu sein – und doch so viele, so mannigfaltige Professionen und Passionen in sich vereint, dass ein einziges Leben allein kaum auszureichen scheint, um sie alle ausüben, ausleben, auskosten zu können…

Kein Wunder, dass er nicht einmal seinen eigenen Geburtstag feiert – er hat schlicht wichtigeres zu tun. Zum Beispiel dem Tod zuvorkommen. Zumindest so oft und so lange wie möglich. Oder Interviews führen. Zumindest mit uns. Und er enttäuscht uns dabei nicht, gewährt uns großzügig und nonchalant interessante, mitunter überraschende Einblicke in seine Welt; in die Welt eines Mannes, der nie aufgehört hat zu suchen, und der sich dabei immer wieder selbst neu erfindet.

Hätten Sie etwa gedacht, dass ausgerechnet die Parfümerie-Koryphäe Serge Lutens so gut wie nie parfümiert aus dem Haus geht? Oder dass seine unerschöpfliche Kreativität vor allem einer Antriebskraft zu verdanken ist, der man das so gar nicht zugetraut hätte – nämlich dem Tod? Aber lesen Sie selbst, was Serge Lutens in unserem Gespräch über die kreative Kraft der irdischen Endlichkeit, über Düfte und Duftkreationen, über seinen Palais Royal in Paris oder seine Wahlheimat Marokko erzählt. Über die „Bibliothek der Sinne“, wie er Marrakesch nennt. Und (natürlich!) über L´Eau Serge Lutens, bekannt geworden als „das Anti-Parfüm“die Duft-Sensation dieses Frühjahrs…

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Nasomatto – Der Gigantismus verrückter Nasen

Nasomatto ist unter Kennern schon lange bekannt als Brand für außergewöhnliche Extrait de Parfums in schrillen Flakons. Einzigartig im Duft und allgemein irgendwie anders…


Während Black Afgano – Süchtige (wie ich – lechz!) schon Monate auf Nachschub des Duftes warten, rührt Alessandro Gualtieri (Interview folgt bald!) eine neue Kreation an, sorgt für Nachschub des vermissten Duftes und  dies gleich in – an Größenwahn erinnernden – gigantischen Ausmaßen. Black Afgano kommt nämlich, zusätzlich zur herkömmlichen 30ml Variante, auch in einem dezenten 2 Liter(!) Giant - Flakönchen auf den Markt. Süchtige können sich nun also in wenigen Wochen wieder mit dem Stoff eindecken, aus dem ihre olfaktorischen Träume geschaffen sind (und ich werde nicht mehr mit “Muss-Das-Denn-Sein-Blicken” bedacht, wenn ich mich mit diebischer Heimlichkeit an den letzten Tropfen des Testers vergreife).

Als wäre es der Sensation nicht genug, das der schwarze Afghane bald wieder lieferbar ist, nein Herr Gualtieri setzt noch einen oben drauf: Nuda – ein neuer Duft, natürlich wieder ein Extrait, soll auch in wenigen Wochen erscheinen und einen animalischen Jasminduft abgeben, der die heftigen adrenalinausschüttenden Emotionen eines Raubtierangriff evozieren soll und kostbare Jasmin Absolue im Herzen trägt. Der Duft soll Narcotic Venus nicht unähnlich sein, nur statt der Tuberose wird hier ein sehr spezieller Jasmin im Rampenlicht stehen. Ich weiß schon jetzt wer bei uns den Tester als Erster sprühen wird – manchmal ist es eben ein Gottesgeschenk sein Büro in Nähe des Wareneingangs zu haben…