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BLOOD CONCEPT: Exklusiv-Interview mit Antonio Zuddas und Giovanni Castelli
Die vier „Blut-Düfte“ von BLOOD CONCEPT machen dieser Tage anlässlich ihrer Markteinführung in Deutschland einige Furore – doch wer steckt eigentlich hinter der schaurig-schön anmutenden Parfum-Neuheit? Es sind der Werbetexter und Fotograf Antonio Zuddas und Giovanni Castelli, seines Zeichens Modedesigner und Mitbegründer der italienischen Parfummarke Acqua di Stresa. Wer nun aber aufgrund der etwas skurrilen Blut-Thematik hinter den Kulissen von BLOOD CONCEPT Makabres, Groteskes oder Bizarres vermutet, wird von den beiden Herren angenehm enttäuscht: So werden ihre Düfte nicht etwa in einem finsteren Spukschloss in Transsilvanien gefertigt, sondern – in Zusammenarbeit mit den Duft-Spezialisten von apf arômes & parfums – in der Region des französischen Parfümerie-Mekka Grasse. Und auch ansonsten lassen die beiden Kreativen aus Mailand im Interview mit Edle Essenzen keinen Zweifel daran, dass ihr BLOOD CONCEPT mit Vampiren und anderen tageslichtscheuen, blutdurstigen Kreaturen nichts zu tun hat – dafür aber umso mehr mit Evolution, Innovation und Individualität…
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„Blood Concept ist erst der Anfang“
Edle Essenzen: Im Januar hat Lady Gaga für das nächste Jahr ein eigenes Parfum angekündigt, in dem u.a. Blut enthalten sein soll. Wie es aussieht, sind Sie ihr zuvor gekommen… rund ein halbes Jahr vor der geplanten Veröffentlichung von Lady Gagas „Monster“-Parfum erscheinen gleich vier Düfte von BLOOD CONCEPT mit Blut-Note. Ist das Zufall, hat Lady Gaga bei Ihnen abgekupfert, wollten Sie sie ärgern – oder gibt es momentan gar einen Trend hin zum Blut im Parfum?
Giovanni Castelli / Antonio Zuddas: Wir wurden schon des Öfteren darauf angesprochen, doch hier gibt es keinerlei Zusammenhang. Wir denken, niemand wollte den anderen kopieren, oder ärgern. Wir hatten diese Idee bereits im September 2010, das heißt bevor Lady Gaga ihre Idee im Januar publik machte. Das Thema BLOOD CONCEPT ist erst der Anfang… wir denken, es ist Zeit, dass sich etwas im Bereich der Duftwelt verändert.
Edle Essenzen: Wie kamen Sie auf die Idee zu BLOOD CONCEPT? Wann wurde Ihnen erstmals bewusst, dass die Welt auf Düfte mit Blut-Note gewartet hat?
Giovanni Castelli / Antonio Zuddas: Wir wollten uns intensiver mit der Entstehung des Menschen, der Evolution beschäftigen – und was liegt da näher, als der Fluss des Lebens… Blut. Das Blut eines jeden Menschen ist unterschiedlich und kommt aus dem tiefsten Inneren heraus. Somit haben wir uns auf die Blutgruppen bezogen…
Edle Essenzen: Blut ist ja so ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Manche (etwa Lady Gaga, Alice Cooper, Vampire oder Splatterfilm-Fans) lieben es – andere fallen schon in Ohnmacht, wenn sie es nur sehen. Sicherlich gefällt nicht allen gleichermaßen die Vorstellung, einen Duft aufzutragen, der mit Blut assoziiert ist. An welche Menschen richten sich ihre Parfum-Kreationen, welche Zielgruppe haben Sie dabei im Auge… wie stellen Sie sich die Trägerinnen und Träger der BLOOD-CONCEPT-Düfte vor?
Giovanni Castelli / Antonio Zuddas: Uns ist es ganz wichtig, dass wir nicht mit Vampiren oder der Unterwelt in Verbindung gebracht werden. Wir beschäftigen uns mit der Evolution der Menschheit, nicht mit Splatter-Movies oder Vampiren. Unser BLOOD CONCEPT richtet sich vor allem an offene und neugierige Menschen – Menschen, die sich mit sich selbst beschäftigen, Individualisten.
Edle Essenzen: BLOOD CONCEPT wurde erstmals im Frühjahr auf der Esxence-Duftmesse in Mailand präsentiert. Welche Reaktionen haben Sie seither erhalten?
Giovanni Castelli / Antonio Zuddas: Wir haben sehr viel positives Feedback erhalten, aber sicher ist BLOOD CONCEPT nicht an jede Zielgruppe gerichtet.
„Unser BLOOD CONCEPT richtet sich vor allem an offene und neugierige Menschen“
Edle Essenzen: Was haben Sie eigentlich gegen Blumen? In den vier BLOOD CONCEPT-Düften sind Noten von Gewürzen, Früchten, Hölzern, Metallen, Aldehyden und sogar von Gestein enthalten – aber florale Noten sucht man in den Kompositionen vergebens. Passen Blumen einfach nicht zum Thema Blut?
Giovanni Castelli / Antonio Zuddas: Wir haben nichts gegen Blumen (beide lachen), aber florale Kompositionen passen einfach nicht zu unserem Konzept.
Edle Essenzen: Ihre Düfte sind nach den vier menschlichen Blutgruppen benannt – A, B, 0 und AB; die einzelnen Parfums stehen jeweils für unterschiedliche Stufen der menschlichen Evolution. Gibt es ihrer Meinung nach einen zwingenden Zusammenhang zwischen Duftvorliebe und Charakter? Bin ich also Modernist, wenn ich „AB“ besonders gerne mag, oder oute ich mich als Naturbursche, Nomade oder archaischer „Jäger und Sammler“-Typ, wenn mir „A“, „B“ oder das urzeitliche „0“ am besten gefällt?
Giovanni Castelli / Antonio Zuddas: Es gibt keinen zwingenden Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Blutgruppen und der Person, die die Düfte trägt. Sie können jedoch einen Hinweis, oder eine Anregung zu der einzelnen Person geben, die unterschiedlichen Charaktereigenschaften, wie bei den Blutgruppen 0, A, B und AB. Die Düfte sollten in erster Linie gefallen und die Person sollte sich mit diesem Duft identifizieren können.
Edle Essenzen: Anders als in Europa sind Blutgruppen in Japan ein großes Thema, dort spricht man der Blutgruppe vielfach einen maßgeblichen Einfluss auf die Persönlichkeit und den Charakter zu. Haben Sie schon Anfragen aus Japan erhalten?
Giovanni Castelli / Antonio Zuddas: Bisher noch nicht.
Edle Essenzen: Und haben Sie mit ihren Blutgruppen-Düften speziell auch den fernöstlichen Markt im Visier?
Giovanni Castelli / Antonio Zuddas: Wir denken darüber nach, wird sicherlich ein Thema für die Zukunft werden.
Edle Essenzen: Da nicht unbedingt anzunehmen ist, dass in nächster Zeit überraschend noch weitere Blutgruppen entdeckt werden, dürfte die Zahl möglicher Blutgruppen-Parfums dauerhaft auf vier begrenzt sein. Wird es gleichwohl eine Fortsetzung der BLOOD CONCEPT-Reihe geben?
Giovanni Castelli / Antonio Zuddas: Ja, wir arbeiten an einem neuen Konzept, welches zu BLOOD CONCEPT passen wird. Lassen Sie sich überraschen!
Edle Essenzen: Questo è tutto, signori. Grazie mille per l’intervista e tanti saluti!
P.S.: Derzeit erwarten wir noch Fotos von unseren beiden Interviewpartnern aus Mailand. Sobald diese vorliegen, werden wir sie dem Interview hinzufügen.
BLOOD CONCEPT
bei Essenza Nobile
Ballett für die Nase: Exklusiv-Interview mit Francis Kurkdjian
Er ist ein wahrer Titan der Parfumeurs-Zunft: Francis Kurkdjian, Parfumeur aus Berufung und Leidenschaft – ein olfaktorischer Überzeugungstäter. Ob noble Parfums für prestigreiche Marken, parfümierte Seifenblasen oder fantasievolle Duft-Installationen: Alles, was mit der Welt der Düfte zu tun hat, ist für ihn Passion und Herzenssache. Francis Kurkdjian lebt und brennt für den Duft wie kaum ein zweiter in seinem Metier. Und so lesen sich sie Marken, die er bislang mit seinen Duftkreationen beliefert und bereichert hat, wie eine V.I.P.-Liste der internationalen Haute Parfumerie und Haute Couture: Christian Dior, Narciso Rodriguez, Davidoff, Elizabeth Arden, Escada, Giorgio Armani, Guerlain, Jean-Paul Gaultier, Joop, Kenzo, Lancaster, Lancome, Versace, Yves Saint Laurent… um nur einige wenige zu nennen. Und auch für so manchen unserer „Duft-Lieblinge“ aus dem Essenza-Nobile-Shop wie Acqua di Parmas „Iris Nobile“ oder „Lady Vengeance“ und „Miss Charming“ von Juliette Has a Gun zeichnet kein Geringerer als Star-Nase Francis Kurkdjian verantwortlich. Erst vor zwei Jahren wurde ihm der französische Ehrentitel „Chevalier des Artes et des Lettres“ verliehen – für sein Lebenswerk. Der Mann ist 42 …
Bei so viel überbordendem Talent und Ideenreichtum ist es fast schon schade, dass der große Name des Kreateurs, der hinter so vielen Erfolgsdüften steckt, zumeist dezent im Hintergrund bleibt, und somit kaum irgendwo Francis Kurkdjian drauf steht, wo Francis Kurkdjian drin ist. Dachte sich vielleicht auch Francis Kurkdjian – und gründete 2009 sein eigenes Label namens Maison Francis Kurkdjian. Erlesene Köstlichkeiten und kostbare Schätze aus der kurkdjianschen Düfte-Küche wie Aqua Universalis, APOM oder Lumière Noire werden auf diesem Wege fortan unter dem Namen des Parfum-Meisters persönlich präsentiert.
Der allerneueste Geniestreich von Maison Francis Kurkdjian ist das kürzlich erschienene Eau de Parfum „Aqua Universalis forte“. Nachdem im April bereits die VOGUE ein Interview mit dem französischen Edel-Parfumeur eigens aus Anlass der Lancierung seines neuen Duftes führte, wollten auch wir nicht länger bescheiden hintan stehen, und baten kurzerhand in Paris um eine Audienz – die uns dann auch alsbald gewährt wurde. Im ausführlichen Exklusiv-Interview mit Edle Essenzen verrät Francis Kurkdjian viel Persönliches über seine erfüllte Kindheit in einer Vorstadt von Paris, zerplatzte Träume von einer Karriere als Ballett-Tänzer, die Initialzündung zu „Aqua Universalis forte“ in Süditalien – und erzählt, wie er mehr als 200 Jahre nach ihrem tragischen Ende das Parfum von Marie Antoinette wiederauferstehen ließ…
Edle Essenzen: Kürzlich erschien in Deutschland Aqua Universalis forte, die Eau de Parfum-Version Ihres Erfolgsduftes Aqua Universalis. Was hat sich gegenüber der Eau de Toilette-Variante geändert, was erwartet den Parfum-Liebhaber mit Aqua Universalis forte?
Francis Kurkdjian: Die olfaktorische Komposition trägt die selben „sonnigen“, sauberen und strahlend-hellen Emotionen in sich, fügt aber dem Zitrus-Charme und den weißen Blumen des „klassischen“ Aqua Universalis Erinnerung, Funkeln und Intensität hinzu. Die Kreation von Aqua Universalis forte geht zurück auf eine Begegnung mit meinem Zitrus-Lieferanten im süditalienischen Kalabrien. Dabei wurde mir eine neue Qualität von Bergamotte präsentiert, die mich durch ihre Frische und ihren langanhaltenden Charakter verblüffte. Es war ein wirklich ganz neuer Gütegrad mit Facetten, die ich so nie zuvor gerochen oder erlebt hatte. Als ich zurück in Paris war, wollte ich dieses neue Produkt ausprobieren. In solchen Fällen nehme ich eine bereits vorhandene Formel, teste damit den Rohstoff, den ich ausprobieren möchte, und vergleiche es mit der Original-Formel. Dies erlaubt es mir, die Unterschiede zu riechen und zu beurteilen, ob es das Produkt wert ist, in die Düftepalette meines Laboratoriums aufgenommen zu werden. In diesem Fall spürte ich sofort, dass ich etwas wirklich Gutes unter meiner Nase hatte. Ich begann einige wenige Dinge in der Formel zu verändern, um die Vibration der Bergamotte zu glätten, indem ich einen Hauch von purem Rosen- und Jasminöl hinzu gab. Schließlich erhöhte ich das Maß an Duftöl, so dass es so konzentriert war wie in einem reinen Parfum. In gewisser Weise wollte ich ein Likör aus Wasser haben… Ich stellte mein Werk meinem Team in Paris vor; sie alle liebten es und fanden, es wäre toll, wenn wir dieses Produkt mit unseren Kunden und Freunden teilen würden. Für das erste Jahr konnten wir aufgrund der begrenzten Menge an Bergamotten-Öl, die wir bekommen konnten, nur 2000 Flakons produzieren. Wir haben für die kommenden Jahre die Verfügbarkeit des Produkts sichergestellt, da wir eine große Nachfrage erwarten.
Der Endverbraucher kann nun sogar noch stärker experimentieren, mehr auf der floralen Seite. Es bietet gleichfalls eine Möglichkeit, einen frischen Duft am Abend zu tragen, während die Konvention ja von uns verlangt, etwas dunkleres oder süßeres zu tragen. Mit Aqua Universalis forte hat man die Gewissheit, einen eleganten und verwegen frischen Duft zu haben, der zugleich sehr sexy ist…
Edle Essenzen: Von keinem anderen Ihrer Düfte gibt es so viele Varianten wie von Aqua Universalis: Eau de Toilette, Eau de Parfum, Duftkerzen, Brennpapier… sogar Waschmittel und Weichspüler ist mit dem Duft von Aqua Universalis erhältlich. Was macht für Sie den besonderen Zauber von Aqua Universalis aus, dass dieser Duft so im Mittelpunkt Ihres Schaffens und der Produktpalette von Maison Francis Kurkdjian steht?
Francis Kurkdjian: Aqua Universalis vereinigt in sich ein seltenes Spektrum an Eigenschaften: Frisch, clean, sexy und lang andauernd – das sind Werte, die zu kombinieren in dieser Form doch sehr außergewöhnlich ist. Es steckt eine Menge Kunstfertigkeit in diesem Duft, aber auch die technische Seite ist sehr bedeutsam, um die Stärke und Kraft zu erzielen, die jeder erwartet. Düfte wie diesen gibt es nicht viele auf dem Markt. Gleichzeitig ist es ein ganz einzigartiger Akkord; diese Mischung aus Zitrusnoten mit frisch erblühten Blumen ist, wenn sie kombiniert wird mit der Geschmeidigkeit von Amber und Moschus, nicht gerade sehr gewöhnlich; es dreht sich alles um Ausgewogenheit und Balance. Und was den Zauber von Aqua Universalis ausmacht ist die Tatsache, dass der Duft universelle Werte und Gefühle transportiert. Sein Name ist davon inspiriert. Ich wollte eine neue Generation von Eau de Cologne kreieren, etwas, das großzügig geteilt werden kann – nicht nur physisch, sondern gleichfalls auch auf emotionaler Ebene. Ich schätze, unsere Kundinnen und Kunden spüren all das, und das ist der Grund, warum die Reaktionen und der Erfolg so überwältigend sind.
Edle Essenzen: Vergleicht man die Produktpalette von Maison Francis Kurkdjian mit der anderer Parfumhersteller, fällt auf, dass Ihre Produkte für Parfümerieware außergewöhnlich vielfältig sind; neben den klassischen Eaux de Toilette und Eaux de Parfum gibt es etwa Incense-Papier, Waschmittel, Weichspüler, Duftkerzen, Seifenblasen… und nun sogar – mit „Tour Atour“ – ein parfümiertes Lederarmband! Welcher Gedanke, welche Idee steckt hinter diesem ungewöhnlichen Sortiment?
Francis Kurkdjian: Ich bin sehr froh, dass Sie diese Unterschiede bemerkt haben; ich pflege ja immer zu sagen, dass ich der „Maker and Baker“ („Macher und Bäcker“, d. Red.) bin (lacht). Diese Produkte zeigen ganz offen, dass ich derjenige bin, der hinter der Magie der Kreation jedes einzelnen Produktes, jedes einzelnen Duftes steckt. Ich komme weder von einer Marketing-Schule noch bin ich der Erbe einer Dynastie oder ein Star, der beschlossen hat, Zeit zu sparen und Geld damit zu verdienen, Düfte auf den Markt zu bringen. Ich entschied mich im Alter von 15 Jahren, Parfumeur zu werden. Es ist nichts, was sich durch Zufall ergeben hat, über Nacht kam, oder aber durch Erbschaft. Ich wollte es. Ich bin jetzt 42, und so denke ich, dass ich für die Parfumkunst nun schon fast 30 Jahre lang gelebt habe. Ich unterrichte die Parfumeurskunst an der Parfumschule in Versailles, halte Vorlesungen und gebe Meisterkurse. Man muss außerdem auch seinen Emotionen Nahrung geben – Musik hören, Filme und Ausstellungen besuchen… alles, was deine Seele öffnet und dich fördert. Das ist es, wie ich mein Leben sehe, und alle Produkte die ich geschaffen habe, wurden dadurch inspiriert.
Edle Essenzen: Neben Ihren berühmten Duftkreationen für die großen Parfummarken dieser Welt sind Sie bekannt für eine besonders exklusive Parfum-Variante: Signaturdüfte – speziell auf die Persönlichkeit der Parfumträger zugeschnittene, maßangefertigte Düfte. Im April gaben Sie in der britischen „Vogue“ zu Protokoll, dass Sie am liebsten der – seinerzeit noch als Kate Middleton bekannten – neuen Herzogin von Cambridge einen Signaturduft auf den Leib schneidern würden. Klingt ja verdächtig nach einem tollen Angebot! Gab es womöglich schon eine offizielle Reaktion aus dem britischen Königshaus?
Francis Kurkdjian: In meinen Gedanken ist Aqua Universalis forte ein erster Entwurf dessen, was der Duft der nun neuen Herzogin von Cambridge sein könnte. Was die Offenlegung von Namen meiner Kundschaft für maßangefertigte Düfte betrifft, werden Sie aber niemals einen Kommentar hierzu von mir erhalten. Die Geheimhaltung meiner Klienten ist ebenso wichtig wie die meiner Formeln! (lacht)
Edle Essenzen: Royale Düfte scheinen überhaupt ein großes Thema für Sie zu sein; so haben Sie etwa vor wenigen Jahren versucht, unter Mitwirkung von Historikern den Duft der französischen Königin Marie Antoinette zu rekonstruieren – das Ergebnis war “MA Sillage de la Reine”, ein kostbarer Duft mit Noten von Iris, Rose, Jasmin, Orangenblüten, Zedern- und Sandelholz. Wie schwierig war es für Sie, dieses Parfum zu rekonstruieren, und wie gingen Sie bei diesem Projekt vor?
Ballet in our noses: An exclusive interview with Francis Kurkdjian
He is a true giant among the perfumers of the world: Francis Kurkdjian. His passion for fragrance is incomparable while his creativity is almost unparalleled in perfumery. He created stunning olfactive installations as well as precious fragrances for highly prestigious brands such as Christian Dior, Narciso Rodriguez, Davidoff, Elizabeth Arden, Escada, Acqua di Parma, Giorgio Armani, Guerlain, Jean-Paul Gaultier, Joop, Kenzo, Lancaster, Lancome, Versace, Yves Saint Laurent,… just to name a few.
It´s only recently that Francis Kurkdjian launched his striking brand new fragrance creation for his very own label Maison Francis Kurkdjian named Aqua Universalis forte. So it is obvious that it was really high time for us to ask this outstanding French master perfumer for an interview! And so we did…
In his very personal and detailed interview with Essenza Nobile, Francis Kurkdjian told us about his happy and sheltered childhood in a suburb of Paris, shattered dreams of a carreer as a ballet dancer, the initial spark for his new fragrance Aqua Universalis forte in Southern Italy,… and how he recreated the perfume of Marie Antoinette more than 200 years after her tragic decease.
Essenza Nobile: Aqua Universalis forte, the Eau de Parfum version of your successful fragrance Aqua Universalis has recently been launched in Germany. Can you tell us what has changed in comparison with the Eau de Toilette version, and what the perfume aficionados can expect from Aqua Universalis forte?
Francis Kurkdjian: The olfactory composition has the same “sunny“, bright and clean emotions, but adds the memory, sparkle and intensity to the citrus charm and white flowers of the “classical” Aqua Universalis. The creation of Aqua Universalis forte goes back to an encounter with my Citrus supplier in Calabria, South of Italy. I was presented a new quality of Bergamot that amazed me by its freshness and long lastingness. It was a really new grade with facets I have never smelled nor experienced before. Back to Paris, I wanted to experiment this new product. In such case I take an existing formula, try the raw material I want to evaluate and compare it against the original formula. It allows me to smell the differences and evaluate if the product is worth including in my perfume palette in the laboratory. In this case, I immediately felt I had something really good under my nose. I started to change few things within the formula to smoothen the vibration of the bergamot by adding touches of pure rose and jasmine oil. Finally, I increased the level of the fragrance oil to be as much concentrated like a pure perfume. I wanted a liquor of water in a certain way. I presented my work to my team in Paris. And they all loved it and thought it would be great if we could share the product with our clients and friends. For the first year we were able to produce 2000 flacons only due to the limited amount of Bergamot oil we could get. We have secured for the coming years the availability of the product in order to have a great roll out.
The final consumer may experiment even more strength, more trail of the floral side. It is also a way to wear a fresh scent in the evening while convention tells you to wear something darker or sweeter. With Aqua Universalis forte, you have the assurance to have an elegant and daring fresh scent, yet very sexy.
Essenza Nobile: There is no other fragrance of yours than Aqua Universalis that is available in so many different varieties: Eau de Toilette, Eau de Parfum, perfumed candles, incense paper… even washing liquid and fabric softener perfumed with the scent of Aqua Universalis are available. What do you think causes that special magic of Aqua Universalis, so that this fragrance stands in the very center of both your work and the product range of Maison Francis Kurkdjian?
Francis Kurkdjian: Aqua Universalis combines a rare equilibrium: Fresh, clean, sexy and long-lastingness are values extremely unusual to combine. There is a lot of artistry behind this scent, but the technique part is very important as well in order to be able to get the strength and the sillage that everyone expects. There are not many scents like this one in the market. In the same time, it’s a totally unique accord. The blend of citrus notes with freshly bloomed flowers is not so usual when combined with the smoothness of amber and musk; it’s all about proportion, balance. Then, what makes the magic of Aqua Universalis is the fact it carries universal values and emotions. Its name is inspired from that. I did want to create the new generation of Eau de Cologne, something to be generously shared, not only physically but emotionally as well. I guess our customers and clients have felt all that and this is why the response and success is tremendous.
Essenza Nobile: If one compares the product range of Maison Francis Kurkdjian with those of other perfume brands, it is noticeable that your products are extraordinarily diverse. Beside the classical Eaux de Toilette and Eaux de Parfum, you are providing for example incense paper, washing liquid, fabric softener, scented candles, soap bubbles… and now – with „Tour Atour“ – even a perfumed leather bracelet! What kind of thought or idea is the conceptual background of that exceptional product range?
Francis Kurkdjian: I am very glad you noticed theses differences. I usually say I am the Maker and Baker! (laughs). These products publicly show that I am the one behind the magic of the creation of each single product, each single scent. I am neither from a marketing school nor an heir from a dynasty or celebrity who decided to spare its time and make money by launching fragrances. I decided to become a perfumer at the age of 15. It’s not something that happened by chance, over night or by heritage. I wanted it. I am 42 now, so I consider I have been living for the art of perfume for almost 30 years now. I teach the art of perfume at the Perfume School in Versailles and give Lecture and Master Class. You need also to nurture your emotions, listening to music, going to exhibits, movies, everything that opens your soul and nurture you. This is how I see my life and all the products I have created have been inspired from.
Essenza Nobile: Beside your famous fragrance creations for the great perfume brands of the world, you are also well known for a very exclusive variety of perfumes: signature scents – i.e. tailor-made fragrances which are especially created for the individual personality of the wearer of the perfume. In April you mentioned in the British VOGUE that you would love to create a custom-tailored fragrance especially for the new Dutchess of Cambridge, formerly known as Kate Middleton. Well, that really sounds like a great offer! Did you perhaps even receive an official answer or reaction from the British Royal House in the meantime?
Francis Kurkdjian: In my mind, Aqua Universalis forte is the first outline of what could be the fragrance of the now new Duchess of Cambridge. As far disclosing the names of my clientele for bespoke perfumes, you will never get a comment on that. The secrecy of my clients is as important as the one for my formulas! (laughs)
Essenza Nobile: Royal fragrances seem to be an important subject for you in general. For example, a few years ago, you tried to reconstruct the perfume of the French Queen Marie Antoinette in collaboration with historians – the result was a precious fragrance with notes of iris, rose, jasmine, orange blossoms, cedar- and sandalwood. How difficult was it for you to recreate that perfume, and how did you proceed with this project?
ANNICK GOUTAL: Ein Interview-Rendezvous mit Camille Goutal und Isabelle Doyen
Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass in Deutschlands Edel-Parfümerien „Le Mimosa“, der neueste Duft aus dem Hause Annick Goutal, feierlich Einzug hielt. Für mich ein willkommener aktueller Anlass, um ein bereits seit längerer Zeit gehegtes Interview-Vorhaben endlich zu realisieren: Spätestens seit dem Erscheinen von Ninfeo mio stehen die beiden kreativen Köpfe des Hauses Annick Goutal, Isabelle Doyen und Camille Goutal, ganz oben auf meiner meterlangen „Interview-Wunschliste“…
Isabelle Doyen, Annick Goutals langjährige Hausparfumeurin, und Camille Goutal, die Tochter der legendären, 1999 verstorbenen Firmengründerin, sind ein derart gut eingespieltes Team und geradezu untrennbar wirkendes Gespann, dass es mir nachgerade unmöglich erschien, nur mit einer der beiden Damen ein Interview zu führen. Was lag also näher, als ein Rendezvous zu dritt zu arrangieren? Gedacht, getan… kurzerhand verabredete ich mich also Anfang März mit beiden – und schon wenige Tage später fand ich mich wieder in einem Gespräch mit zwei ausgesprochen sympathischen, lebensfrohen und gut aufgelegten Ikonen der modernen, noblen Parfümeriewelt Frankreichs…
Edle Essenzen: Bonjour, Camille und Isabelle! Heute wollen wir ein wenig über Ihre brandaktuelle Duftkreation „Le Mimosa“ sprechen. Wann und wie ist die Idee zu „Le Mimosa“ eigentlich entstanden?
Isabelle Doyen: Nun, wir begannen ungefähr vor 1 ½ Jahren, daran zu arbeiten – aber zusammen mit Camilles Mutter Annick habe ich mich bereits vor langer, langer Zeit mit der Mimose beschäftigt, da wir diese Blume liebten! Wir hatten damals bereits so einige Ideen, aber diese waren seinerzeit noch sehr im Anfangsstadium… doch dann – mit Camille, vor 1 ½ Jahren – beschlossen wir, die Arbeit daran fortzusetzen, um die Idee von Le Mimosa zu vollenden.
Edle Essenzen: Im Deutschen steht der Name der Mimose auch symbolisch für eine besondere Empfindlichkeit, Sensibilität, Zerbrechlichkeit. Was ist für Sie das Spezielle, das Einzigartige an der Mimose, so dass Sie ihr ein eigenes Parfum gewidmet haben?
An interview rendezvous with Camille Goutal and Isabelle Doyen (English version)
Only two weeks ago „Le Mimosa“, the new fragrance by Annick Goutal, has been launched in Germany. This was a really welcome occasion and opportunity for me to realize a long-cherished plan: to conduct an interview with Isabelle Doyen and Camille Goutal, who both are on the very top of my mile-long „interview wish list“, at least since the launch of „Ninfeo mio“.
Isabelle Doyen, Annick Goutal´s longtime in-house perfumer, and Camille Goutal, the daughter of the legendary company founder deceased in 1999, are such a well attuned and seemingly inseparable team that it seemed to me almost impossible to have an interview only with one of these two highly creative minds. So I spontaneously decided to arrange a date with both ladies – and recently had the pleasure of having a great „interview rendezvous“ with those two very winsome and cheerful icons of the modern, upscale perfumery world of France…
Essenza Nobile: Bonjour, Camille and Isabelle! Today we want to talk a little bit about your brand-new fragrance creation „Le Mimosa“! When and how did the idea for „Le Mimosa“ come up?
Isabelle Doyen: Well, we began to work on it about 1 ½ years ago – but with Camille´s mother Annick, we thought about the Mimosa long long time ago, because we loved that flower. We had some ideas back then, but it was only the very beginning … and then, with Camille, 1 ½ years ago, we decided that we would work on it again to make it and to finish the idea of „Le Mimosa“.
Essenza Nobile: In German, the name of the mimosa is also a symbol for sensitivity and fragility. What do you think is so unique and special about the mimosa, so that you have decided to dedicate an own perfume to that flower?
Serie – „Jungbrunnen Schlaf“. Teil 3: Interview mit Schlafforscher Prof. Dr. Manfred Walzl
Edle Essenzen: Herr Professor Walzl, haben Sie heute Morgen gut ausgeschlafen?
Manfred Walzl: Ja, danke, wie immer sehr gut. Ich habe das große Glück, abends abschalten zu können, womit einem guten Schlaf nichts mehr im Wege steht.
Edle Essenzen: Warum schlafen wir eigentlich? Und was ist das überhaupt, dieser Schlaf – eine Art vorübergehende Bewusstlosigkeit?
Manfred Walzl: Über diesen Punkt könnten wir lange diskutieren – genauso, wie es auch die Wissenschaft noch immer tut. Ist der Schlaf so eine Art Überbleibsel aus grauer Vorzeit, ein Bruchstück des Winterschlafs? Ist er ein Regenerationsmechanismus oder – ganz modern – ein Energiesparmodus? Im Grunde ist das doch egal. Tatsache ist: Ohne Schlaf gibt es kein Leben. Wir können wochenlang ohne feste Nahrung auskommen, tagelang, ohne zu trinken, aber keine 48 Stunden ohne Schlaf. Sonst handeln wir uns ziemliche Probleme ein, körperlich wie geistig. Und was die Frage zur Bewusstlosigkeit betrifft: In manchen Schlafperioden, zum Bespiel in den REM-Phasen, also den Traumperioden, ist unser Gehirn sogar aktiver als im Wachzustand.
Edle Essenzen: Wie viel Mysterium und Rätsel steckt nach dem augenblicklichen Stand der Schlafforschung noch in der Thematik „Schlaf“? Ist dazu schon alles Wesentliche gesagt und erforscht, oder gibt es da noch jede Menge Neuland zu entdecken?
Manfred Walzl: In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat die Schlafforschung unglaubliche Fortschritte gemacht. Und im Schlaflabor entdeckt man beinahe täglich Neues. Wie sonst könnten wir schon unter 120 verschiedenen Diagnosen von Schlafstörungen unterscheiden? Aber es stimmt schon: Vieles liegt noch im Dunkeln und wartet darauf, entdeckt zu werden, etwa das Phänomen des Träumens, der REM-Stadien und so weiter…
Edle Essenzen: …Ihr Arbeitsplatz ist also dauerhaft gesichert?
Manfred Walzl: Zweifellos. Auch die Weltgesundheitsorganisation, die WHO in Genf, ist übrigens ähnlicher Meinung. Sie hat die Schlafstörungen neben Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Lungenkrebs zu den vier großen Herausforderungen für die Medizin der nächsten fünfzig Jahre gereiht. Da gibt es also noch viel Arbeit …

„Ein ausreichender und qualitätsvoller Schlaf ist ein wirklicher Jungbrunnen (...) Der Schlaf kann vieles wieder gut machen. Er ist ein ganz bestimmender Faktor unseres Lebens, ein Spiegel unserer Seele. Da haben Haut und Schlaf ja viel gemeinsam“…
Edle Essenzen: Wie und warum wird man eigentlich Schlafforscher? Schlafforscher ist ja nicht unbedingt der klassische Beruf, von dem man schon als kleiner Junge im Sandkasten träumt. Wann sind Sie über das Thema „Schlaf“ gestolpert und haben erkannt, dass das ein Feld ist, das beackert werden muss?
„Duft ist so mächtig!“: Interview mit US-Top-Parfümeurin Yosh Han (Teil 2)
Teil 2 unseres großen Interviews mit Yosh Han. (Zu Teil 1)
Edle Essenzen: Das chinesische Schriftzeichen für Yosh bedeutet „duftend“. Glauben Sie also, dass es von Geburt an Ihre Bestimmung war, Parfümeurin zu werden? Dass Ihr Name Ihre Berufswahl beeinflusst hat? Wären Sie womöglich zum Beispiel eine Musikerin geworden, wenn Ihr Name im Chinesischen „Musik“ bedeutete? Oder ist das reiner Zufall?
Yosh Han: Vor kurzem war ich auf einer Party und erfuhr dort, dass rund 50 Prozent der Leute so geworden sind, wie sie heißen. Ich denke, dass das auch der Grund dafür ist, warum viele Menschen ihre Kinder nach Heiligen benennen – weil sie wollen, dass sie diese Eigenschaften haben. Ich glaube nicht, dass ich eine professionelle Musikerin hätte werden können, auch wenn ich als Jugendliche Klavier gespielt habe. Aber vielleicht hat der Musikunterricht die Art, wie ich in Bezug auf Parfüms denke, beeinflusst: Noten, Akkorde und Kompositionen – es ist doch sehr ähnlich!
„Duft ist so mächtig!“: Interview mit US-Top-Parfümeurin Yosh Han (Teil 1)
Vor wenigen Tagen war San Franciscos Star-Parfümeurin Yosh Han zu Gast in Berlin. Nach der erstmaligen Präsentation ihrer außergewöhnlichen Düftekollektion vor einigen Wochen bei Essenza Nobile war dies für uns bereits der zweite gute Grund in Folge, die derzeit wohl angesagteste Parfümeurin der US-Westküste in unseren redaktionellen Beichtstuhl zu bitten. Zu „beichten“ gab es dabei freilich wenig – dafür aber umso mehr erbauliches bis erstaunliches zu erzählen: etwa von ihren Tagen als Piraten-Ausstatterin, olfaktorischen Zeitreisen und „Transaromation“, duftenden Erinnerungen an ihr erstes Halloween im Kindergarten von Los Angeles, der ganz besonderen Magie ihrer Heimatstadt San Francisco – und von der heimlichen Welt- und Supermacht Nummer Eins: den Düften…
Edle Essenzen: Stimmt es, dass Ihre Karriere als Parfümeurin im Jahr 1994 in Aspen Colorado begann? Ich habe gehört, dass Sie dort damals vor einem Parfumladen gestanden sind und tief in sich das Gefühl verspürt haben, da hineingehen und sich um einen Job bewerben zu müssen – ganz egal, ob sie tatsächlich jemanden einstellen wollten oder nicht. Klingt verrückt! Können Sie uns mehr über diesen magischen Moment erzählen, und wie die Geschichte dann weiterging?
Yosh Han: Ja! Das war einer dieser „Das-Leben-schreibt-doch-immer-die-besten-Geschichten“-Momente. Je länger ich in dem Shop war, umso mehr fühlte ich mich dazu ermutigt. Wenn so etwas passiert, glaube ich, dass das Universum seine Hände im Spiel hat. Nachdem mich der Manager mehrmals abgewiesen hatte, kam der Besitzer aus dem Geschäft – der hatte spontan ein gutes Gefühl mir gegenüber und stellte mich an Ort und Stelle ein. Letztlich wurde ich rasch zur Filialleiter-Assistentin und arbeitete dort drei Jahre lang, kreierte Düfte für Kunden. Das war ein großer Spaß. Es beeindruckte mich, da ich zuvor eine Floristin gewesen war und sich die Welt der Blumen nun in einer tiefergehenden Weise für mich öffnete. Göttliche Inspiration!
„Fragrance is so potent!“: an interview with U.S. top perfumer Yosh Han
Only a few days ago, San Francisco´s star perfumer Yosh Han visited Berlin. After the launch of her extraordinary fragrance collection at Essenza Nobile some weeks ago, this was already the second good reason for us to ask this top perfumer from the U.S. west coast to come into our editorial confessional for an interview. However, there was not much to „confess“ – but all the more inspiring and amazing to tell: about her days as a pirate´s supplier, olfactory time travels and „transaromation“, about her fragrant memories of her first Halloween at the kindergarten in Los Angeles, the very special magic of her hometown San Francisco – and about the secret global superpower number one: fragrance…
Edle Essenzen: Is it right that your career as a perfumer started in 1994 in Aspen Colorado? I´ve heard that you were standing in front of a perfumer´s shop there and deeply felt inside that you have to go in and apply for a job, no matter whether they were looking for an employee or not. Sounds crazy! Can you tell us more about that magical moment and how that story continued?
Yosh Han: Yes! One of those „truth is stranger than fiction“ moments. The more I was in the shop, the more emboldened I felt. When that happens, I suppose the Universe works with you. After the Manager turned me away a few times, the Owner came out of the shop and had a good feeling about me and hired me on the spot. I ended up becoming the Assistant Manager right away and worked there for 3 years – creating custom fragrances for people. It was great fun. It made an impression on me because I had been a florist before that so the world of flowers opened up in a deeper way. Divine Inspiration!
„Der Weg zum schönen Tiegel war sehr lang“: Exklusiv-Interview mit Dr. Azita Daneshfar
Wenn sie aus der Villa eines Filmstars oder aus einem Königspalast kommt, war sie garantiert nicht nur zum Teetrinken dort: Die Züricher Dermatologin Dr. Azita Daneshfar ist eine der international gefragtesten Spezialistinnen für ästhetische Medizin – die A-Prominenz-Dichte auf ihrer Patientenliste ist hoch.
Nachdem wir erst vor wenigen Wochen ihre sensationelle Hautpflegelinie Mesoformula vorgestellt haben, gab uns Dr. Daneshfar nun ein ausführliches Exklusiv-Interview. Darin gewährt sie interessante, oftmals sehr persönliche Einblicke in ihre Schönheitsphilosophie und ihre sanfte Erfolgsbehandlung Mesotherapie, erzählt über den langen Weg zur Hautpflege-Sensation Mesoformula – und von der Beauty-Welt der VIPs, in der Diskretion (fast) alles ist…
Edle Essenzen: Frau Dr. Daneshfar, bei Ihren Beauty-Behandlungen geben sich, so hört man, Prominente, Filmstars und Angehörige europäischer Königshäuser die Klinke in die Hand. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie uns keine Namen verraten werden – selbst wenn Sie gerade eben von einer Behandlung der Queen, von Prinz Charles oder Michelle Obama kommen sollten?
Dr. Daneshfar: Ich muss Sie leider effektiv enttäuschen, ich spreche nicht über meine Patienten, ob öffentlich bekannt oder unbekannt. In meinen Behandlungszimmern in Zürich hängen zwar Photos von mir mit einigen meiner prominenten Patienten und Patientinnen, aber ich erwähne trotzdem keine Namen in der Öffentlichkeit.
Edle Essenzen: Wie wichtig ist in Ihrem Beruf Diskretion und Verschwiegenheit?
Dr. Daneshfar: Für mich ist Diskretion sehr wichtig und eine Selbstverständlichkeit. Das wissen meine Patienten und Patientinnen zu schätzen.
Edle Essenzen: Niemand würde ein Geheimnis daraus machen, regelmäßig zum Zahnarzt oder zum Friseur zu gehen und sich die Haare von einem Spezialisten in Form bringen zu lassen – warum ist das gerade bei Beauty-Behandlungen so anders?
Dr. Daneshfar: Der Besuch beim Zahnarzt oder Friseur ist, meines Erachtens, gar nicht so anders als beim Beauty-Arzt. Nirgends möchte man zugeben, für die Schönheit Eingriffe vornehmen zu lassen. Man geht zwar zum Zahnarzt, aber würde ungern zugeben, dass man sich die Zähne bleachen lässt. Man geht auch nur zum Haareschneiden zum Coiffeur, aber nicht, um sich die Haare färben oder Extensions reinmachen zu lassen. Bei Beauty-Behandlungen ist es nicht anders. Dass man zur Kosmetikerin für eine entspannende Gesichtsbehandlung geht, gibt man freimütig zu, aber eine Faltenbehandlung beim Arzt würde man nie erwähnen. Wenn man zugibt, der Schönheit oder Jugendlichkeit nachgeholfen zu haben, reagiert die Umgebung in der Regel mit Unverständnis. Selten wird jemand gelobt, dass er sich bemüht, seine Attraktivität durch Eingriffe aufrecht zu erhalten oder zu verbessern. Es wird offen kritisiert, dass diese Eingriffe Reflektion von Oberflächlichkeit seien. Um daher Ruhe vor solchen Reaktionen zu haben, halten die meisten ihre Beauty-Behandlungen im Geheimen.
Edle Essenzen: Wie weit verbreitet sind in Prominentenkreisen ihrer Einschätzung und Erfahrung nach ästhetisch-medizinische Korrekturen? Gibt es überhaupt noch jemanden, der uns da von Hochglanz-V.I.P.-Magazinen anlächelt oder abends in Talkrunden über den Bildschirm flimmert, der so aussieht, wie es eigentlich von Natur aus der Fall wäre?
Dr. Daneshfar: Eine nicht unwesentliche Anzahl von Prominenten unterzieht sich medizinisch-ästhetischen Behandlungen. Der Druck auf Prominente ist enorm, da sie kontinuierlich der Öffentlichkeit ausgesetzt sind und von dieser beurteilt werden.
Edle Essenzen: Können Sie als Expertin eigentlich auf einen Blick erkennen, ob jemand in punkto Schönheit “nachgeholfen” hat oder nicht?
Dr. Daneshfar: Ja, in der Regel schon.












