Artikel-Schlagworte: „Chanel No 5“
Wohlig duftendes „Sinnbild der Liebe“: Let´s talk about… Jasmin!
„Nuda“ ante portas: Dieser Mai steht so ganz im Zeichen der bevorstehenden und dieser Tage allenthalben mit großer Vorfreude und Spannung erwarteten Neuerscheinung Nuda aus dem Hause Nasomatto. Im Mittelpunkt dieses allerneuesten Duft-Streiches der „verrückten Nase“ Alessandro Gualtieri steht diesmal kostbares Jasmin Absolue. Genauer: eine verrucht-animalische Version davon. Aus ganz aktuellem Anlass also, und um die Wartezeit bis zum nahenden „Tag X“ des Erscheinens von Nuda elegant zu überbrücken, hier ein paar Worte und ein wenig Wissenswertes über das wunderbar-wohlig duftende „Sinnbild der Liebe“, Jasmin…
Der Name der sinnlich-holden Duft-Blume wurde im 16. Jahrhundert aus dem Persischen („Yasaman“ = Die Blume) abgeleitet, ins Spanische übertragen, und bedeutet so viel wie „Sinnbild der Liebe“. Und als solches gilt der Jasminduft insbesondere in Asien, wo er ob seiner aphrodisierenden Wirkung weithin beliebt und begehrt ist.
Insgesamt etwa 400 Jasminarten gibt es, von denen viele z.B. in Indien, aber nur die allerwenigsten in Europa zu finden sind. Ihren Ursprung hat die in Südeuropa heimische und speziell zur Parfümherstellung verwendete Jasminart Jasminum officinale im persischen Raum. Die qualitativ besten und kostbarsten Jasminpflanzen werden in Europa in der Region des französischen Parfümerie-Mekkas Grasse angebaut.
Von Parfums über Tees bis hin zur Aromatherapie wird Jasmin in vielfältiger Weise verwendet. Honigartig süß-intensiv, blumig mit zugleich fruchtigen und „kräuterigen“ Untertönen – so oder ähnlich wird der charakteristische und ausgesprochen wohlriechende Duft des Jasminabsolues vielfach beschrieben. Das wohl bekannteste Beispiel für ein Parfum mit hoher Jasmin-Duftkonzentration ist der Allzeit-Düfteklassiker Chanel No. 5.
Neben der Rose ist Jasmin einer der meistverwendeten Blütendüfte in der Parfumherstellung – und zugleich einer der mit Abstand teuersten. Jasmin Absolue ist ungeheuer kostbar und wertvoll – nicht etwa, weil Jasmin eine besonders seltene Pflanze wäre, sondern vielmehr, weil es einer fast unvorstellbaren Menge von rund acht Millionen Jasminblüten bedarf, um durch Extraktion allein auch nur einen einzigen Liter Jasminessenz zu gewinnen. Kein Wunder also, dass derart aufwändig gewonnene Jasminessenz je nach Qualität und Herkunft sogar teurer sein kann als Silber oder Gold…
Reformulation – Große Düfte neu gemischt
Bildquelle: OpaRolf @ Pixelio.de”
Seit einiger Zeit ist das Schreckgespenst eines jeden Parfumliebhabers zum brisanten Thema geworden: Reformulation. Gemeint ist die Neuformulierung altbekannter und oft auch liebgewonnener Düfte.
Bisher hält sich die Anzahl der reformulierten Parfums zum Glück noch in Grenzen, jedoch wird sich das ab Januar 2010 ändern. Bisher wurden die Formel von Parfums aufgrund hoher Rohstoffkosten einzelner Ingredienzien oder Trendanpassungen verändert, nun kommt aber ein weiterer Faktor von außen hinzu: Die International Fragrance Association hat viele natürliche Duftstoffe für die Benutzung “verboten”, da es Menschen gibt die allergisch darauf reagieren. Eine Liste der Inhaltsstoffe, welche ab 1.1.2010 vermieden werden sollen, können Sie bei der IFRA einsehen. Eine kleine Auswahl der bald verbotenen Substanzen: Heliotrop, Jasmin, Zitrusöle, Opoponax, Styrax.
Die Vorstellung, dass nun bald viele der großen klassischen Düfte ihren einzigartigen Charakter verlieren werden ist grausam. Sogar Klassiker wie Chanel N0.5 werden davon nicht ausgeschlossen sein. Es ist fast so, als würde man bestimmte Noten in der klassischen Musik verbieten und durch andere ersetzen, so dass viele der geliebten Stücke, mit denen häufig starke Emotionen verbunden sind, nicht mehr wieder zuerkennen sind.
Betreiben Sie auch eine Website / einen Blog? Berichten Sie doch auch darüber und klären Sie Ihre Leser darüber auf, was auf sie zukommt. Gerne können Sie auch den Button in Ihre Website einbinden, um dauerhaft auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Vielleicht erreichen wir mit vereinter Kraft mediale Aufmerksamkeit, so dass die vorhandene Liste zumindest noch einmal überdacht und eventuell sogar gekürzt wird.
Wir werden auch an einer Liste reformulierter Parfums arbeiten und diese demnächst veröffentlichen. Sollten Sie schon das eine oder andere Lieblingsparfum nicht mehr wiedererkennen, so hinterlassen Sie uns in diesem Beitrag einen Kommentar, so dass wir den Duft der Liste hinzufügen können.
Ein interessanter Kommentar von Volkmar Heitmann ( Link ) zur Thematik:
Die IFRA ist weder eine staatliche Organisation, noch ist sie eine “Gesundheitspolizei”. Die IFRA ist der internationale Verband der Parfüm- und Duftstoffindustrie und wird dementsprechend auch von ihr bezahlt. Die IFRA ist das Sprachrohr der ganz großen Parfüm-Multis. Alle Regeln und “Gesetze”, die die IFRA verkündet, stammen also von der Parfümindustrie selbst. Wenn die IFRA also bestimmte Duftstoffe “verbieten” will, ist das nichts weiter als ein Marketing-Bluff.
Es geht letztlich einzig und allein darum, den kleinen Herstellern auf dem Markt (die nicht in der IFRA organisiert sind) und den echten Naturkosmetikherstellern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Es geht darum, den Verbandsmitgliedern die Marktanteile zu sichern. Wenn also Chanel No. 5 nicht mehr so duftet wie ehemals, ist das eine reine Marketingentscheidung. Wahrscheinlich will die Firma einfach nur Geld sparen und den Profit erhöhen.”
Wer war Coco Chanel?
„Bewege dich, sei selbstständig, unabhängig, arbeite – und sehe gut dabei aus“.
So lautete das Motto einer gewissen Gabrielle Bonheur Chasnel, den meisten wohl doch eher bekannt als Coco Chanel. Eigenständig, eigensinnig, strebsam, kreativ und immer auf der Suche nach neuen Wegen, so könnte man diese wichtige Persönlichkeit beschreiben und würde ihr trotzdem nur annähernd gerecht zu werden.
Den Weg der Rebellin aus dem Waisenhaus kann man nun schon seit fast 2 Monate im Kino nacherleben. Als Erfinderin des weltweit ersten synthetischen Parfums, des Allzeitklassikers “Chanel No.5″, des Chanel-Kostüms (auch bekannt als das “kleine Schwarze”) oder des Modeschmucks hat sie der Welt der Düfte und der Schönheit einen großen und unverzichtbaren Dienst erwiesen.
Danke, Coco.
p.s.: Der Film läuft in vielen Kinos Deutschlands immer noch. Augen aufhalten!


