Archiv für die Kategorie „Interviews“

Serie – „Jungbrunnen Schlaf“. Teil 3: Interview mit Schlafforscher Prof. Dr. Manfred Walzl

Was wäre ein Themenspecial bei Edle Essenzen ohne ein zünftiges Interview mit einem ausgewiesenen Experten zum Thema? Im dritten und letzten Teil unserer Themenserie „Jungbrunnen Schlaf“ lassen wir einen Mann zu Wort kommen, der den Schlaf förmlich zum Beruf gemacht hat. Und der für die Rolle eines kompetenten Interviewpartners sowohl zum Thema „Schlaf“ als auch „Jungbrunnen“ geradezu eine Idealbesetzung darstellt – hat er doch bereits über beide Themenkreise viel beachtete Sachbücher geschrieben. Die Rede ist von Österreichs bekanntem Schlafforscher Prof. Dr. Manfred Walzl (Universität Graz), der sich für unser Gespräch dankenswerter Weise ganz besonders viel Zeit genommen hat, um uns interessante Einblicke in die geheimnisvolle und faszinierende Welt des (Schönheits-)Schlafes, der Träume und der Schlafforschung zu gewähren…

Prof. Dr. Manfred Walzl

Edle Essenzen: Herr Professor Walzl, haben Sie heute Morgen gut ausgeschlafen?

Manfred Walzl: Ja, danke, wie immer sehr gut. Ich habe das große Glück, abends abschalten zu können, womit einem guten Schlaf nichts mehr im Wege steht.

Edle Essenzen: Warum schlafen wir eigentlich? Und was ist das überhaupt, dieser Schlaf – eine Art vorübergehende Bewusstlosigkeit?

Manfred Walzl: Über diesen Punkt könnten wir lange diskutieren – genauso, wie es auch die Wissenschaft noch immer tut. Ist der Schlaf so eine Art Überbleibsel aus grauer Vorzeit, ein Bruchstück des Winterschlafs? Ist er ein Regenerationsmechanismus oder – ganz modern – ein Energiesparmodus? Im Grunde ist das doch egal. Tatsache ist: Ohne Schlaf gibt es kein Leben. Wir können wochenlang ohne feste Nahrung auskommen, tagelang, ohne zu trinken, aber keine 48 Stunden ohne Schlaf. Sonst handeln wir uns ziemliche Probleme ein, körperlich wie geistig. Und was die Frage zur Bewusstlosigkeit betrifft: In manchen Schlafperioden, zum Bespiel in den REM-Phasen, also den Traumperioden, ist unser Gehirn sogar aktiver als im Wachzustand.

Edle Essenzen: Wie viel Mysterium und Rätsel steckt nach dem augenblicklichen Stand der Schlafforschung noch in der Thematik „Schlaf“? Ist dazu schon alles Wesentliche gesagt und erforscht, oder gibt es da noch jede Menge Neuland zu entdecken?

Manfred Walzl: In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat die Schlafforschung unglaubliche Fortschritte gemacht. Und im Schlaflabor entdeckt man beinahe täglich Neues. Wie sonst könnten wir schon unter 120 verschiedenen Diagnosen von Schlafstörungen unterscheiden? Aber es stimmt schon: Vieles liegt noch im Dunkeln und wartet darauf, entdeckt zu werden, etwa das Phänomen des Träumens, der REM-Stadien und so weiter…

Edle Essenzen: …Ihr Arbeitsplatz ist also dauerhaft gesichert?

Manfred Walzl: Zweifellos. Auch die Weltgesundheitsorganisation, die WHO in Genf, ist übrigens ähnlicher Meinung. Sie hat die Schlafstörungen neben Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Lungenkrebs zu den vier großen Herausforderungen für die Medizin der nächsten fünfzig Jahre gereiht. Da gibt es also noch viel Arbeit …

„Ein ausreichender und qualitätsvoller Schlaf ist ein wirklicher Jungbrunnen (...) Der Schlaf kann vieles wieder gut machen. Er ist ein ganz bestimmender Faktor unseres Lebens, ein Spiegel unserer Seele. Da haben Haut und Schlaf ja viel gemeinsam“…

Edle Essenzen: Wie und warum wird man eigentlich Schlafforscher? Schlafforscher ist ja nicht unbedingt der klassische Beruf, von dem man schon als kleiner Junge im Sandkasten träumt. Wann sind Sie über das Thema „Schlaf“ gestolpert und haben erkannt, dass das ein Feld ist, das beackert werden muss?

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Selbstgemachte Seifen & Düfte und das Geheimnis guter Rasuren: Erik Kormann im Interview

Mit meinem ersten Interview für Edle Essenzen möchte ein wenig Platz für eine Gattung Mensch schaffen, welcher im Beauty und Hautpflege – Segment oftmals zu wenig Beachtung eingeräumt wird: dem Mann. So -zumindest- war es eigentlich einmal geplant, doch bei einem so großartigen Interviewgast wurden diese Pläne schnell  angepasst und auch das große Thema der Duftkreation und Seifenherstellung kamen hinzu und ergänzten die Themen Rasur und Herrenpflege wunderbar. Mein Gast hierzu ist ein Ansprechpartner wie er kaum kompetenter sein könnte. Ein Mensch, der  in dieser Themenwelt eine gewisse Expertise vorweisen kann. Erik Kormann, Betreiber des aromatischen Blogs,  des 1000 & 1 Seife – Shops (+ Blogs), sowie Erfinder der Schokobade – einer einzigartigen Schokoladentafel zum Baden. Bei solch vielfältigen Talenten kann man als Interviewer schon einmal durcheinander geraten, weshalb ich den Einstieg in das Interview gleich einmal mit einem ordentlichen Faux Pas begonnen habe… Aber: Zu Fehlern muss man stehen, deshalb dürfen Sie nun ein Interview lesen, welches unzensiert ist und gelegentlich auch provokante Antworten enthält, weshalb es gleich noch mal so viel Freude beim Lesen bereitet. Viel Spaß! Diesen Beitrag weiterlesen »

„Duft ist so mächtig!“: Interview mit US-Top-Parfümeurin Yosh Han (Teil 2)

Yosh - FlakonTeil 2 unseres großen Interviews mit Yosh Han. (Zu Teil 1)

Edle Essenzen: Das chinesische Schriftzeichen für Yosh bedeutet „duftend“. Glauben Sie also, dass es von Geburt an Ihre Bestimmung war, Parfümeurin zu werden? Dass Ihr Name Ihre Berufswahl beeinflusst hat? Wären Sie womöglich zum Beispiel eine Musikerin geworden, wenn Ihr Name im Chinesischen „Musik“ bedeutete? Oder ist das reiner Zufall?

Yosh Han: Vor kurzem war ich auf einer Party und erfuhr dort, dass rund 50 Prozent der Leute so geworden sind, wie sie heißen. Ich denke, dass das auch der Grund dafür ist, warum viele Menschen ihre Kinder nach Heiligen benennen – weil sie wollen, dass sie diese Eigenschaften haben. Ich glaube nicht, dass ich eine professionelle Musikerin hätte werden können, auch wenn ich als Jugendliche Klavier gespielt habe. Aber vielleicht hat der Musikunterricht die Art, wie ich in Bezug auf Parfüms denke, beeinflusst: Noten, Akkorde und Kompositionen – es ist doch sehr ähnlich!

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„Duft ist so mächtig!“: Interview mit US-Top-Parfümeurin Yosh Han (Teil 1)

Vor wenigen Tagen war San Franciscos Star-Parfümeurin Yosh Han zu Gast in Berlin. Nach der erstmaligen Präsentation ihrer außergewöhnlichen Düftekollektion vor einigen Wochen bei Essenza Nobile war dies für uns bereits der zweite gute Grund in Folge, die derzeit wohl angesagteste Parfümeurin der US-Westküste in unseren redaktionellen Beichtstuhl zu bitten. Zu „beichten“ gab es dabei freilich wenig – dafür aber umso mehr erbauliches bis erstaunliches zu erzählen: etwa von ihren Tagen als Piraten-Ausstatterin, olfaktorischen Zeitreisen und „Transaromation“, duftenden Erinnerungen an ihr erstes Halloween im Kindergarten von Los Angeles, der ganz besonderen Magie ihrer Heimatstadt San Francisco – und von der heimlichen Welt- und Supermacht Nummer Eins: den Düften…

Yosh HanEdle Essenzen: Stimmt es, dass Ihre Karriere als Parfümeurin im Jahr 1994 in Aspen Colorado begann? Ich habe gehört, dass Sie dort damals vor einem Parfumladen gestanden sind und tief in sich das Gefühl verspürt haben, da hineingehen und sich um einen Job bewerben zu müssen – ganz egal, ob sie tatsächlich jemanden einstellen wollten oder nicht. Klingt verrückt! Können Sie uns mehr über diesen magischen Moment erzählen, und wie die Geschichte dann weiterging?

Yosh Han: Ja! Das war einer dieser „Das-Leben-schreibt-doch-immer-die-besten-Geschichten“-Momente. Je länger ich in dem Shop war, umso mehr fühlte ich mich dazu ermutigt. Wenn so etwas passiert, glaube ich, dass das Universum seine Hände im Spiel hat. Nachdem mich der Manager mehrmals abgewiesen hatte, kam der Besitzer aus dem Geschäft – der hatte spontan ein gutes Gefühl mir gegenüber und stellte mich an Ort und Stelle ein. Letztlich wurde ich rasch zur Filialleiter-Assistentin und arbeitete dort drei Jahre lang, kreierte Düfte für Kunden. Das war ein großer Spaß. Es beeindruckte mich, da ich zuvor eine Floristin gewesen war und sich die Welt der Blumen nun in einer tiefergehenden Weise für mich öffnete. Göttliche Inspiration!

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„Fragrance is so potent!“: an interview with U.S. top perfumer Yosh Han

Only a few days ago, San Francisco´s star perfumer Yosh Han visited Berlin. After the launch of her extraordinary fragrance collection at Essenza Nobile some weeks ago, this was already the second good reason for us to ask this top perfumer from the U.S. west coast to come into our editorial confessional for an interview. However, there was not much to „confess“ – but all the more inspiring and amazing to tell: about her days as a pirate´s supplier, olfactory time travels and „transaromation“, about her fragrant memories of her first Halloween at the kindergarten in Los Angeles, the very special magic of her hometown San Francisco – and about the secret global superpower number one: fragrance…

Yosh HanEdle Essenzen:  Is it right that your career as a perfumer started in 1994 in Aspen Colorado? I´ve heard that you were standing in front of a perfumer´s shop there and deeply felt inside that you have to go in and apply for a job, no matter whether they were looking for an employee or not. Sounds crazy! Can you tell us more about that magical moment and how that story continued?

Yosh Han: Yes! One of those „truth is stranger than fiction“ moments. The more I was in the shop, the more emboldened I felt. When that happens, I suppose the Universe works with you. After the Manager turned me away a few times, the Owner came out of the shop and had a good feeling about me and hired me on the spot. I ended up becoming the Assistant Manager right away and worked there for 3 years – creating custom fragrances for people. It was great fun. It made an impression on me because I had been a florist before that so the world of flowers opened up in a deeper way. Divine Inspiration!

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„Der Weg zum schönen Tiegel war sehr lang“: Exklusiv-Interview mit Dr. Azita Daneshfar

Dr. med Azita Daneshfar

Dr. med. Azita Daneshfar

Wenn sie aus der Villa eines Filmstars oder aus einem Königspalast kommt, war sie garantiert nicht nur zum Teetrinken dort: Die Züricher Dermatologin Dr. Azita Daneshfar ist eine der international gefragtesten Spezialistinnen für ästhetische Medizin – die A-Prominenz-Dichte auf ihrer Patientenliste ist hoch.

Nachdem wir erst vor wenigen Wochen ihre sensationelle Hautpflegelinie Mesoformula vorgestellt haben, gab uns Dr. Daneshfar nun ein ausführliches Exklusiv-Interview. Darin gewährt sie interessante, oftmals sehr persönliche Einblicke in ihre Schönheitsphilosophie und ihre sanfte Erfolgsbehandlung Mesotherapie, erzählt über den langen Weg zur Hautpflege-Sensation Mesoformula – und von der Beauty-Welt der VIPs, in der Diskretion (fast) alles ist…

Edle Essenzen: Frau Dr. Daneshfar, bei Ihren Beauty-Behandlungen geben sich, so hört man, Prominente, Filmstars und Angehörige europäischer Königshäuser die Klinke in die Hand. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie uns keine Namen verraten werden – selbst wenn Sie gerade eben von einer Behandlung der Queen, von Prinz Charles oder Michelle Obama kommen sollten?

Dr. Daneshfar: Ich muss Sie leider effektiv enttäuschen, ich spreche nicht über meine Patienten, ob öffentlich bekannt oder unbekannt. In meinen Behandlungszimmern in Zürich hängen zwar Photos von mir mit einigen meiner prominenten Patienten und Patientinnen, aber ich erwähne trotzdem keine Namen in der Öffentlichkeit.

Edle Essenzen: Wie wichtig ist in Ihrem Beruf Diskretion und Verschwiegenheit?

Dr. Daneshfar: Für mich ist Diskretion sehr wichtig und eine Selbstverständlichkeit. Das wissen meine Patienten und Patientinnen zu schätzen.

Edle Essenzen: Niemand würde ein Geheimnis daraus machen, regelmäßig zum Zahnarzt oder zum Friseur zu gehen und sich die Haare von einem Spezialisten in Form bringen zu lassen – warum ist das gerade bei Beauty-Behandlungen so anders?

Dr. Daneshfar: Der Besuch beim Zahnarzt oder Friseur ist, meines Erachtens, gar nicht so anders als beim Beauty-Arzt. Nirgends möchte man zugeben, für die Schönheit Eingriffe vornehmen zu lassen. Man geht zwar zum Zahnarzt, aber würde ungern zugeben, dass man sich die Zähne bleachen lässt. Man geht auch nur zum Haareschneiden zum Coiffeur, aber nicht, um sich die Haare färben oder Extensions reinmachen zu lassen. Bei Beauty-Behandlungen ist es nicht anders. Dass man zur Kosmetikerin für eine entspannende Gesichtsbehandlung geht, gibt man freimütig zu, aber eine Faltenbehandlung beim Arzt würde man nie erwähnen. Wenn man zugibt, der Schönheit oder Jugendlichkeit nachgeholfen zu haben, reagiert die Umgebung in der Regel mit Unverständnis. Selten wird jemand gelobt, dass er sich bemüht, seine Attraktivität durch Eingriffe aufrecht zu erhalten oder zu verbessern. Es wird offen kritisiert, dass diese Eingriffe Reflektion von Oberflächlichkeit seien. Um daher Ruhe vor solchen Reaktionen zu haben, halten die meisten ihre Beauty-Behandlungen im Geheimen.

Edle Essenzen: Wie weit verbreitet sind in Prominentenkreisen ihrer Einschätzung und Erfahrung nach ästhetisch-medizinische Korrekturen? Gibt es überhaupt noch jemanden, der uns da von Hochglanz-V.I.P.-Magazinen anlächelt oder abends in Talkrunden über den Bildschirm flimmert, der so aussieht, wie es eigentlich von Natur aus der Fall wäre?

Dr. Daneshfar: Eine nicht unwesentliche Anzahl von Prominenten unterzieht sich medizinisch-ästhetischen Behandlungen. Der Druck auf Prominente ist enorm, da sie kontinuierlich der Öffentlichkeit ausgesetzt sind und von dieser beurteilt werden.

Edle Essenzen: Können Sie als Expertin eigentlich auf einen Blick erkennen, ob jemand in punkto Schönheit “nachgeholfen” hat oder nicht?

Dr. Daneshfar: Ja, in der Regel schon.

Celebrity

"Der Druck auf Prominente ist enorm, da sie kontinuierlich der Öffentlichkeit ausgesetzt sind und von dieser beurteilt werden"...

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Parfum in den Genen, Rosenduft im Benzintank: Das große Sommerinterview mit Romano Ricci

Romano Ricci“Cherchez l´homme”: der Mann und kreative Kopf hinter JULIETTE HAS A GUN im Interview mit Edle Essenzen.

Mal ehrlich: diesem Mann wurde der Sinn für Edles und Schönes doch förmlich in die Wiege gelegt. Seine Urgroßmutter – Nina Ricci, die Grande Dame der Pariser Haute Couture. Sein Großvater – Robert Ricci, der ganzen Frauengenerationen die Parfumlegende ”L’air du Temps” schenkte. Wie hätte da aus Romano Ricci nicht der Schöpfer des Damenparfum-Kultlabels Juliette Has a Gun, sondern – sagen wir einmal… ein Formel-1-Rennfahrer werden können? Einer jener PS- und Geschwindigkeit-Junkies, die zumeist nur von einem Duft umweht werden – Kopfnote: Benzin. Herznote: Motorenöl. Basisnote: Reifengummi! Meisterlich abgerundet mit einem sinnlichen Hauch glühenden Asphalts

Obwohl: so hätte es durchaus auch kommen können, wie sich in unserem Interview mit einem überaus sympathischen und gut aufgelegten Romano Ricci schnell herausstellt. Doch alles der Reihe nach…

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Perfume in the genes, scent of roses in the fuel tank: A summer interview with Romano Ricci

Romano RicciFor the very first time, we publish one of our journal articles both in German and English – to ensure that also our non-German speaking international customers and readers can enjoy this enlightening summer interview with Romano Ricci!

You´d almost think this man simply must have a sense of beauty and luxury by birth: His great-grandmother was Nina Ricci, the Grande Dame of Parisian haute couture. His grandfather was Robert Ricci who dedicated his legendary perfume classic L’Air du Temps to whole generations of women. So how could Romano Ricci not have become the founder and creator of Juliette Has a Gun, but… let’s just say, a Formula One racing driver? One of those speed junkies who usually are surrounded by only one single kind of scent – top note: gasoline. Heart note: engine oil. Base note: tyre rubber! Masterly rounded off with a sensual hint of glowing hot asphalt

Well, that´s not that unrealistic at all, and indeed, it could also have happened, as it soon turned out in our interview with a very affable and winsome Romano Ricci

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„Ich bin ein Wanderer zwischen den Welten…“: Exklusiv-Interview mit Serge Lutens

Serge LutensSchon sein Name klingt in manchen unserer Ohren wie ein kleines Gedicht. Seine Parfümsbezaubernde Poesie, große Lyrik in Düften. Sein Leben – scheinbar schwere-, rast- und grenzenlos. Serge Lutens ist schon zu Lebzeiten so etwas wie eine wandelnde Legende der Parfümeriebranche. Die überbordende Vielfalt und beispiellose Raffinesse seiner Düfte spiegelt nicht nur den außerordentlichen Facettenreichtum seiner Persönlichkeit wider, sondern auch seinen unstillbaren Durst nach neuen Horizonten, seine unbändig sprudelnde Leidenschaft für die Welt, für die Kreation, für das Leben – ja, für sich selbst…

Serge Lutens ist ein Freigeist und Visionär, ein Grenzgänger und Pionier, ein Suchender und Besessener, ein Weltbürger und Düfte-Poet. Ein Mann, der mit seinen (wir dürfen das verraten) 68 Jahren dreist von sich behauptet, „keinen eigentlichen Beruf“ zu haben, ja, noch nicht einmal „Künstler“ zu sein – und doch so viele, so mannigfaltige Professionen und Passionen in sich vereint, dass ein einziges Leben allein kaum auszureichen scheint, um sie alle ausüben, ausleben, auskosten zu können…

Kein Wunder, dass er nicht einmal seinen eigenen Geburtstag feiert – er hat schlicht wichtigeres zu tun. Zum Beispiel dem Tod zuvorkommen. Zumindest so oft und so lange wie möglich. Oder Interviews führen. Zumindest mit uns. Und er enttäuscht uns dabei nicht, gewährt uns großzügig und nonchalant interessante, mitunter überraschende Einblicke in seine Welt; in die Welt eines Mannes, der nie aufgehört hat zu suchen, und der sich dabei immer wieder selbst neu erfindet.

Hätten Sie etwa gedacht, dass ausgerechnet die Parfümerie-Koryphäe Serge Lutens so gut wie nie parfümiert aus dem Haus geht? Oder dass seine unerschöpfliche Kreativität vor allem einer Antriebskraft zu verdanken ist, der man das so gar nicht zugetraut hätte – nämlich dem Tod? Aber lesen Sie selbst, was Serge Lutens in unserem Gespräch über die kreative Kraft der irdischen Endlichkeit, über Düfte und Duftkreationen, über seinen Palais Royal in Paris oder seine Wahlheimat Marokko erzählt. Über die „Bibliothek der Sinne“, wie er Marrakesch nennt. Und (natürlich!) über L´Eau Serge Lutens, bekannt geworden als „das Anti-Parfüm“die Duft-Sensation dieses Frühjahrs…

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”Asphalt-Picasso” trifft Edle Essenzen: Exklusiv-Interview mit Jungbrunnen-Künstler Julian Beever!

Jungbrunnen_WochenIn unserer letzten Folge der Serie ”Jungbrunnen in der Kunst” stellte ich das Gemälde ”Aveeno Fountain of Youth” von Julian Beever vor. Der weltweit als ”Pavement Picasso” (”Asphalt-Picasso”) gefeierte Star-Straßenkünstler ist bereits zu Lebzeiten eine Legende; in vielen Ländern und Weltmetropolen hinterließ er auf Einkaufsmeilen, Straßen und Plätzen seine fantastischen Visionen in 3D und Straßenkreide.

Charakteristisch für seine Malerei ist eine anamorphische Darstellungstechnik, bei der ein Straßengemälde von einem bestimmten Blickwinkel aus betrachtet eine verblüffend realistische, dreidimensionale Wirkung entfaltet. Fast könnte das alte Sponti-Motto “Unter dem Pflaster liegt der Strand” Pate gestanden haben für seine Kunst, die einen wundersamen Einblick in unterirdische Fantasiewelten unter dem Asphalt frei zu geben scheint – oder aber gar den Eindruck vermittelt, dass Gegenstände, Bauwerke, Pflanzen oder Tiere scheinbar aus der Straße ”heraus wachsen”. Wenn sich dann noch echte Menschen hinzu gesellen und mit dem Kunstwerk gleichsam vermengen - etwa ein Kind auf einem gemalten Seerosenblatt sitzt, oder aber der Künstler selbst an einem der von ihm gemalten Gewässer die Angelrute nach einem Riesenfisch auswirft - wird die Straßenpflaster-Illusion nahezu perfekt.
Unser Gesprächspartner Julian Beever: Selbstportrait, Hauptstraße Brüssel

Unser Gesprächspartner Julian Beever: Selbstportrait, Hauptstraße Brüssel

Längst zieren seine faszinierenden Kunstwerke nicht nur Straßenbeläge in verschiedensten Erdteilen, sondern auch die Titelseiten der Weltpresse, und neben Medien und TV-Stationen aus aller Welt stehen mittlerweile auch Firmen und Werbeagenturen bei Julian Beever Schlange, da seine spektakulären Werke ein Blickfang par excellence, und deshalb auch gefragte Werbeträger sind; so wie etwa auch im Falle des Jungbrunnen-Gemäldes, das von dem bekannten US-Kosmetikkonzern Aveeno gesponsert wurde.

Da ist es verständlich, dass es derzeit alles andere als einfach ist, ein Interview mit dem viel beschäftigten ”Asphalt-Picasso” zu bekommen; zumal Julian Beever dieser Tage gerade mitten in den aufwändigen Planungen für ein Weihnachtsgemälde steckt! Für Edle Essenzen nahm sich der sympathische britische Ausnahmekünstler dennoch ein paar Minuten Zeit, um den Skizzenblock für einen Moment beiseite zu legen und uns ein Exklusiv-Interview zu geben; so plauderte er zwischen Tür und Angel ein wenig über Schönheit in der Kunst, den Aveeno-Jungbrunnen – und erklärte uns außerdem, warum seine Gemälde selbst nach dem größten Wolkenbruch und Platzregen keineswegs verloren gehen, sondern für die Ewigkeit erhalten bleiben, und unvergänglich sind…

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