Archiv für die Kategorie „Edle Manufakturen“

20 Jahre Lalique Parfums – eine Chronik in Düften

Aus Anlass des 20jährigen Gründungsjubiläums der Parfümschmiede des Hauses Lalique in diesem Jahr lassen wir heute die großen, unvergesslichen duftenden Meilensteine aus zwei Jahrzehnten Firmengeschichte von Lalique Parfums noch einmal Revue passieren…

20 Jahre Lalique Parfums

Schade, dass das René Lalique nicht mehr erleben konnte! Fast ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des großen Firmenbegründers erschien 1992 das erste Lalique-Parfüm: Lalique de Lalique schimmert uns verführerisch aus einer geometrisch gestalteten Flasche entgegen, die mit Blättern von Geißblatt dekoriert ist. Der von Max Gavary und Béatrice Piquet kreierte Duft enthält Rose, Jasmin, Iris und Goldlack-Blüten in der Kopfnote, Blätter der Schwarzen Johannisbeere, Brombeere und Birne im Herzen und eine Basis aus Sandelholz, Vanille und weißem Moschus; ein zart pudriger und edel-floraler Duftnektar. Dieser „Ur-Duft“ der Parfümkollektion aus dem Hause Lalique Parfums kommt jedes Jahr aufs Neue in Gestalt eines limitierten Sammlerflakons zu Ehren.

Lalique Parfums - Lalique de Lalique (1992)

Lalique Parfums - Lalique de Lalique (1992)

1995 erschuf Gérard Anthony Nilang. Der orientalisch-blumige Damenduft betört mit floralen Kopfnoten von Wasser-Jasmin, Freesie, Seerose und Narzissen, einem Herzen aus Heidelbeeren und Lotos und einer Basis mit Noten von Sandelholz, Ambra, Moschus, Vanille und Praliné.  1997 folgte ein Parfüm namens Claire de Nilang, allerdings mit anderen Duftkomponenten: Zu Freesie, Vanille und Sandelholz gesellten sich Koriander, Bergamotte, rosa Pfeffer, Robinie und Hibiskus.

Lalique pour Homme Lion aus dem Jahr 1998 wurde von René Laliques Entwürfen für dekorative Kühlerdeckel auf alten Autos inspiriert. Der majestätische Löwe stand als Symbol Pate für diesen ersten Herrenduft von Lalique Parfums, der ausgesprochen frisch und viril daherkommt. Das von Top-Parfümeur Maurice Roucel kreierte Parfüm überrascht mit hesperidischen  Kopfnoten von sizilianischer Bergamotte, italienischer Mandarine mit alpinem Lavendel und Rosmarin über einem Herzen aus Jasmin, Iris und Virginia-Zeder. Ambra, indonesischer Patchouli, indisches Sandelholz, Eichenmoos und Vanille sorgen für einen delikaten Ausklang…

Ein Jahr später, 1999, kreierte Laurent Bruyere Le Baiser. Dieser blumige Lalique-Damenduft vereint schwarze Johannisbeeren, Gardenie und Veilchen mit einer Herznote aus Pfeffer, Jasmin und Pimentbeeren und einer Basisnote aus Sandelholz, Amber, Moschus und Zeder.

Lalique Parfums - Lalique pour Homme Equus (2001)

Lalique Parfums - Lalique pour Homme Equus (2001)

Lalique pour Homme Equus (2001) von Emilie Coppermann atmet die Frische und Männlichkeit herrlich „waldiger“ Noten. Die Komposition reicht von Zitronenbaum, Wacholder, Kardamom, Bergamotte und Sequoia-Holz bis hin zu Vetiver, Amyris-Holz, Benzoe aus Siam, Leder und Moschus.

2002 jährte sich die Gründung von Lalique Parfums zum zehnten Mal; das eigens zu diesem Anlass kreierte Jubiläums-Parfüm hieß Tendre Kiss und erschien in einem pinkfarbenen Kristallflakon, dessen Form bereits an einen Kussmund erinnert, und in dessen Mitte auch eine Kuss-Szene dargestellt wird. Ein Liebes-Duft par excellence! Zum zehnten Jahrestag der Firmengründung vereinigte Lalique Parfums so leckere Duftnoten wie Litschi, Beeren, Rosenblüten, Pfeffer, Muskatnuss, Bourbon-Vanille, Sandelholz und Weihrauch zu einem ausgesprochen romantischen Duftcocktail.

Lalique Parfums - Tendre Kiss (2002)

Lalique Parfums - Tendre Kiss (2002)

Ein Windhauch voller Frische schlägt einem aus dem Flakon von Eau de Lalique (2003) entgegen, dessen schlanke Glassäule mit wunderschönen Perlen gesäumt ist. Ein leichtes Parfüm sowohl für den Herren als auch für die Dame aus der virtuosen Hand zweier ausgewiesener Meister ihres Fachs: Emilie Coppermann und Jean Claude Ellena. Die Kopfnote (Zitronenbaum, Hagebutte, Bergamotte, Mandarine, Dill und Kardamom) leitet über in eine Herznote aus Freesie, Hibiskus und Zimt, hin zu einer delikaten Basis aus Noten von Amyris-Holz, Sandelholz, Gaiac-Holz, Elemi, Benzoe und weißem Moschus.
Lalique Parfums - Lalique Le Parfum (2005)

Lalique Parfums - Lalique Le Parfum (2005)

Zwei Jahre nach dem Tod von Marie-Claude Lalique wurde 2005 Lalique Le Parfum veröffentlicht; die Inspiration entstammt einem Werk von René Lalique namens „Masque de Femme“, dessen Abbild auch die Umverpackung ziert, die im selben flammend-roten Farbton gehalten ist wie auch die edle Kordel, die den Flakon schmückt. Dieses opulent-sinnliche, orientalische Duftgedicht wurde von keinem Geringeren als Parfümmeister Dominique Ropion komponiert; Bergamotte, Lorbeer und Rosa Pfeffer in der Kopfnote fließt in ein florales Herz aus Jasmin und Heliotrop, das schließlich mit einer wunderbar warmen Basis aus Vanille, Patchouli, Tonkabohne und Sandelholz feierlich ausklingt.

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Lalique Parfums wird 20: ein Jubiläum in Kristall

In diesem Jahr wird Lalique Parfums 20 Jahre alt. Ein festlicher Anlass für einen kleinen Rückblick auf zwei Jahrzehnte außergewöhnlicher Parfümeriegeschichte…

20 Jahre Lalique Parfums

Lalique – der Name steht natürlich zuallererst einmal für Kristall, und für die vielfältigen, unvergesslichen „Art Nouveau“-Glaskunstwerke und Schmuckstücke des Firmengründers René Lalique; doch die Geschichte der Firma ist seit jeher auch eng mit der der Parfümeriebranche verbunden. René Lalique entwarf wunderschöne Parfümflakons für die großen Häuser der Branche, insbesondere arbeitete er zu Beginn des 20. Jahrhunderts eng mit François Coty zusammen. Houbigant, Molyneux, Roger & Gallet und Worth – sie alle hatten in den 1920er/30er Jahren von René Lalique gestaltete Parfümfläschchen in ihrem Sortiment. Der kreative Geist des Jugendstils vereinigte Kunst und Industrie im Dienste des Parfümeriewesens.

Lalique de Lalique

Lalique de Lalique

Zeitsprung: Fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod beschloss René Laliques Enkelin Marie-Claude im Jahr 1992, die Welt der schönen Düfte um eine eigene Lalique-Parfümlinie zu bereichern. Lalique Parfums versprach von Anfang an eine aufregende Synthese aus exklusiven, luxuriösen Parfümkreationen und virtuosem, traditionsreichem Kristallglas-Handwerk zu werden. Im Mittelpunkt des Konzepts von Lalique Parfums stand es dabei, qualitativ hochwertige Parfüms von den besten Parfümeuren kreieren zu lassen, und diesen freie Hand bei der Auswahl der hierfür benötigten edlen Rohstoffe zu lassen.

Und so liest sich die Namensliste der handverlesenen Parfümschöpfer(innen), die in den vergangenen 20 Jahren Parfüms für Lalique komponierten, wie ein „Who is Who“ der Meisterliga der Parfümeure: Jean-Claude Ellena, Maurice Roucel, Emilie Coppermann, Dominique Ropion, Béatrice Piquet,  Nathalie Lorson, Christine Nagel, Gerard Anthony, Bertrand Duchaufour – um nur einige von ihnen zu nennen. „Den Hausparfümeur“ gibt es also (anders als bei vielen anderen Marken) bei Lalique nicht. Vielmehr wurden von Lalique Parfums in zwei Jahrzehnten die unterschiedlichsten Top-Parfümeure mit der Aufgabe betraut, Parfüms zu kreieren, die des großen Namens „Lalique“ würdig sind. Wie man sehen (bzw. riechen) kann, mit oftmals überragenden Resultaten…

Lalique Parfums - Fleur de Cristal

Lalique Parfums - Fleur de Cristal

Nach Veröffentlichung des gefeierten ersten Lalique-Duftes Lalique de Lalique begann Lalique Parfums schon früh (seit 1994) damit, limitierte Sondereditionen auf den Markt zu bringen – ein alljährlich wiederkehrendes Ereignis, das von Sammlern in aller Welt stets mit viel Vorfreude erwartet wird. Und Lalique Parfums belohnt deren Geduld immer wieder aufs Neue mit exquisit gestalteten Jahresflakons, die ihresgleichen suchen: begehrte Sammlerobjekte voller Schönheit, visueller Anmut und Noblesse.

Ursprünglich ausschließlich den weiblichen Parfüms des Hauses gewidmet, wurde ab 1998 auch männlichen Parfümvarianten die Ehre zuteil, in Form der begehrten Sammlerflakons veröffentlicht zu werden. Die kostbaren, aufwändig und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Parfümfläschchen sind für die Kunsthandwerker des Hauses Lalique nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine willkommene Möglichkeit, in den Königsdisziplinen ihrer Zunft zu brillieren und – von der ausgefeilten Ausgestaltung kleinster Details des Flakonkörpers  bis hin zur Schöpfung brillanter Miniaturskulpturen – kleine Meisterwerke zu erschaffen. Stets unverkennbar inspiriert vom künstlerischen Geist, Stil und Erbe René Laliques… jenes Jahrhundert-Kunsthandwerkers also, der nach Henri-Georges Clouzot mit der Gabe gesegnet war, „die Welt vor Schönheit erschauern zu lassen“.

Die überragende Qualität der Duftkompositionen und das besondere Augenmerk, das der Gestaltung der Parfümflakons gewidmet wird, verleiht der Marke Lalique Parfums seit nunmehr 20 Jahren einen ganz eigenen, herausragenden Status in der Parfümeriewelt – ein besonderes Prestige, das gespeist wird aus einem reichhaltigen Fundus an altehrwürdiger Handwerks- und Markentradition auf der einen – und einem faszinierend modernen Impuls auf der anderen Seite, gepaart mit einer unwiderstehlichen Aura von purem Luxus.

Lalique Parfums - limitierte Sondereditionen "Cascade", "Envol"

Lalique Parfums - limitierte Sondereditionen "Cascade", "Envol"

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Lesen Sie hier in Kürze Teil 2 unseres Jubiläums-Specials: „20 Jahre Lalique Parfums – eine Chronik in Düften“. Duftende Meilensteine aus der Firmengeschichte von Lalique Parfums…

Ab 2. Juli: Musée Lalique öffnet seine Pforten

Musée Lalique

Musée LaliqueFür die Fans des Schmuck- und Glaskünstlers René Lalique ist es schon seit Monaten wie Warten aufs Christkind. Lange Zeit war der Eröffnungstermin des neuen Lalique-Museums ja so etwas wie Frankreichs bestgehütetes Staatsgeheimnis… doch nun ist es endlich soweit – das lange Warten hat ein Ende: Wie uns die Direktion des Musée Lalique soeben mitteilte, findet am 1. Juli die feierliche Einweihung statt, und ab dem 2. Juli öffnet dann das Museum in den Nordvogesen, das ganz dem Leben, Werk und künstlerischen Schaffen René Laliques gewidmet ist, seine Türen für die Öffentlichkeit!

Über das Konzept des Lalique-Museums im grenznah zu Deutschland gelegenen Wingen-sur-Moder haben wir bereits im Februar im Rahmen der Lalique-Themenwoche ausführlich berichtet. Nun erreichten uns aus Frankreich noch einige weitere interessante Informationen zur Museumseröffnung:

230 Lalique-Flakons und ein Kristallglasriese

René Lalique - Ensemble de flacons - (C) Lalique SA

P A R F Ü M F L A K O N - E N S E M B L E : René Lalique - Ensemble de flacons - (C) Lalique SA. Mit freundlicher Genehmigung des Musée Lalique.

Präzisieren lassen sich nun insbesondere die Angaben zum Raum „Flakons und Puderdosen“, der gerade für Parfümliebhaber von besonders herausragendem Interesse sein dürfte – und der hinsichtlich der ausgestellten Exponate offenbar weit üppiger ausfallen wird, als bislang bekannt. Allein von Silvio Denz, dem Generaldirektor der Firma Lalique, wurden dem Museum mehr als 230 Parfümflakons als Leihgabe zur Verfügung gestellt, die eindrucksvoll Zeugnis ablegen von der fast unerschöpflichen Schaffenskraft und Kreativität René Laliques. Die Firma Lalique ist im Besitz der weltweit umfangreichsten Sammlung von Lalique-Flakons, die bis dato lediglich aus dem im vergangenen Jahr erschienenen Buch L’Art de René Lalique – flacons et boîtes à poudre von Christie Mayer-Lefkowith bekannt waren. Diese werden im Musée Lalique nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – ausgiebiges Schwelgen in fantastischen Flakon-Glaswelten ist somit also jetzt schon garantiert… 

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ANNICK GOUTAL: Ein Interview-Rendezvous mit Camille Goutal und Isabelle Doyen

Isabelle Doyen und Camille Goutal - © Antoine de Parseval

Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass in Deutschlands Edel-Parfümerien „Le Mimosa“, der neueste Duft aus dem Hause Annick Goutal, feierlich Einzug hielt. Für mich ein willkommener aktueller Anlass, um ein bereits seit längerer Zeit gehegtes Interview-Vorhaben endlich zu realisieren: Spätestens seit dem Erscheinen von Ninfeo mio stehen die beiden kreativen Köpfe des Hauses Annick Goutal, Isabelle Doyen und Camille Goutal, ganz oben auf meiner meterlangen „Interview-Wunschliste“…

Isabelle Doyen, Annick Goutals langjährige Hausparfumeurin, und Camille Goutal, die Tochter der legendären, 1999 verstorbenen Firmengründerin, sind ein derart gut eingespieltes Team und geradezu untrennbar wirkendes Gespann, dass es mir nachgerade unmöglich erschien, nur mit einer der beiden Damen ein Interview zu führen. Was lag also näher, als ein Rendezvous zu dritt zu arrangieren? Gedacht, getan… kurzerhand verabredete ich mich also Anfang März mit beiden – und schon wenige Tage später fand ich mich wieder in einem Gespräch mit zwei ausgesprochen sympathischen, lebensfrohen und gut aufgelegten Ikonen der modernen, noblen Parfümeriewelt Frankreichs…

Edle Essenzen: Bonjour, Camille und Isabelle! Heute wollen wir ein wenig über Ihre brandaktuelle Duftkreation „Le Mimosa“ sprechen. Wann und wie ist die Idee zu „Le Mimosa“ eigentlich entstanden?

Isabelle Doyen: Nun, wir begannen ungefähr vor 1 ½ Jahren, daran zu arbeiten – aber zusammen mit Camilles Mutter Annick habe ich mich bereits vor langer, langer Zeit mit der Mimose beschäftigt, da wir diese Blume liebten! Wir hatten damals bereits so einige Ideen, aber diese waren seinerzeit noch sehr im Anfangsstadium… doch dann – mit Camille, vor 1 ½ Jahren – beschlossen wir, die Arbeit daran fortzusetzen, um die Idee von Le Mimosa zu vollenden.

Edle Essenzen: Im Deutschen steht der Name der Mimose auch symbolisch für eine besondere Empfindlichkeit, Sensibilität, Zerbrechlichkeit. Was ist für Sie das Spezielle, das Einzigartige an der Mimose, so dass Sie ihr ein eigenes Parfum gewidmet haben?

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An interview rendezvous with Camille Goutal and Isabelle Doyen (English version)

Isabelle Doyen and Camille Goutal - © Antoine de Parseval

Only two weeks ago „Le Mimosa“, the new fragrance by Annick Goutal, has been launched in Germany. This was a really welcome occasion and opportunity for me to realize a long-cherished plan: to conduct an interview with Isabelle Doyen and Camille Goutal, who both are on the very top of my mile-long „interview wish list“, at least since the launch of „Ninfeo mio“.

Isabelle Doyen, Annick Goutal´s longtime in-house perfumer, and Camille Goutal, the daughter of the legendary company founder deceased in 1999, are such a well attuned and seemingly inseparable team that it seemed to me almost impossible to have an interview only with one of these two highly creative minds. So I spontaneously decided to arrange a date with both ladies – and recently had the pleasure of having a great „interview rendezvous“ with those two very winsome and cheerful icons of the modern, upscale perfumery world of France…

Essenza Nobile: Bonjour, Camille and Isabelle! Today we want to talk a little bit about your brand-new fragrance creation „Le Mimosa“! When and how did the idea for „Le Mimosa“ come up?

Isabelle Doyen: Well, we began to work on it about 1 ½ years ago – but with Camille´s mother Annick, we thought about the Mimosa long long time ago, because we loved that flower. We had some ideas back then, but it was only the very beginning … and then, with Camille, 1 ½ years ago, we decided that we would work on it again to make it and to finish the idea of „Le Mimosa“.

Essenza Nobile: In German, the name of the mimosa is also a symbol for sensitivity and fragility. What do you think is so unique and special about the mimosa, so that you have decided to dedicate an own perfume to that flower?

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Düfte-Schatzkammer im Herzen von Florenz: 400 Jahre Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella

Eigentlich könnte es sogar bald schon das 800-jährige Jubiläum sein, das die Farmacia di Santa Maria Novella demnächst begeht; denn bereits im Jahr 1221 wurde die altehrwürdige Klosterapotheke in Florenz von Dominikanermönchen aus der Taufe gehoben. Weil diese aber erst 1612 ein “richtiges” Unternehmen daraus machten, wird im nächsten Jahr offiziell eben – ganz bescheiden – “erst” der 400. Firmengeburtstag gefeiert. Doch ob nun 400 Jahre, oder fast doppelt so alt: Es ist allemal eine beachtliche und beeindruckend lange Geschichte, auf die die florentinische Traditionsapotheke mit dem betont sperrigen Firmennamen zurückblickt…

Die Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella, ehemals offizieller Haus- und Hoflieferant der Medici, ist eine der ältesten Apotheken der Welt. Sie wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts von Dominikanermönchen in Florenz gegründet, um aus Kräutern und Heilpflanzen, die in den Klostergärten angebaut wurden, Medikamente, Salben und Pomaden für die Krankenstation der Mönche herzustellen. Eine besondere Spezialität war außerdem Rosenwasser, das in mittelalterlichen Zeiten der Pest als Desinfektionsmittel eingesetzt wurde.

Als sich die Kunde von der besonderen Qualität der von der Dominikaner-Apotheke hergestellten Produkte auch außerhalb der Klostermauern immer mehr herumsprach, beschloss man Anfang des 17. Jahrhunderts, die Erzeugnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Jahre 1612 wurde Pater Angiolo Marchissi Leiter der Apotheke, und der Großherzog der Toskana verlieh ihr den Titel “Fonderia di Sua Altezza Reale”; die Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella war nun ganz offiziell ein Unternehmen

Bereits im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die prestigereiche Apotheke zunehmend das, was man heute im modernen Wirtschaftsdeutsch als “Global Player” bezeichnen würde – der exzellente Ruf ihrer Produkte hatte weit über die Grenzen Italiens hinaus Weltruhm erlangt, der selbst ferne Länder wie Russland, Indien und China erreichte… und selbst die Geschichte des Allzeit-Parfumklassikers “Kölnisch Wasser” soll sich – so will es zumindest die Legende - bis in die Gemäuer der “Farmacia” in Florenz zurückverfolgen lassen.

Nach der Beschlagnahme des kirchlichen Vermögens durch die italienische Regierung wurde die Apotheke im Jahre 1866 zu einem staatlichen Unternehmen. Später wurde es an Cesare Augusto Stefani abgetreten; die Familie jenes Neffen des letzten Klostervorstehers erhielt den Namen, den Firmenwert und das Vermögen der Firma und betrieb das Geschäft über vier Generationen hinweg…

Heute ist die Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella freilich weniger “Apotheke” im herkömmlichen Sinne, sondern hat vielmehr den Charakter einer noblen, außergewöhnlichen Parfümerie mit gotisch-sakralem Ambiente, das Geschichte atmet. Doch nicht nur der Geist von Jahrhunderten liegt hier auf Schritt und Tritt förmlich in der Luft: Eine ganz eigene olfaktorische Mischung aus Düften von Blüten und Kräuterpflanzen aus dem Umland von Florenz empfängt die Besucherinnen und Besucher, die hier in edlen Holzvitrinen aus dem 19. Jahrhundert Seifen, Parfumflakons, Karaffen und mehrere dutzend verschiedene duftende Essenzen vorfinden. Die “Farmacia” ist ein wahres Schmuckkästchen für alle Düfteliebhaber, im Nordwesten der Altstadt von Florenz, nur unweit der Kirche Santa Maria Novella gelegen… wenn es irgendwo auf der Welt einen Ort gibt, an dem “edle Essenzen” ihr natürliches Zuhause haben – dann muss er wohl hier sein!

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Lalique-Themenwoche – Teil 3: Musée Lalique… Lalique für alle!

Eine Vorschau auf die bevorstehende Eröffnung des ersten exklusiven Lalique-Museums in Frankreich – eine Wunderwelt aus Schmuck- und Glaskunstwerken, Parfümflakons, Blumen und Kristall, in der sich Tradition und Moderne auf ganz eigene Weise begegnen…

„Hat ein Künstler etwas Schönes gefunden, muss er meines Erachtens versuchen, es möglichst vielen Menschen zugutekommen zu lassen“.

René Lalique

Die Werke René Laliques werden weltweit in rund 50 verschiedenen Museen ausgestellt: Ob in Deutschland (Schmuckmuseum Pforzheim), Portugal (Stiftung Gulbenkian, Lissabon) oder in den USA (Metropolitan Museum of Art, New York) – in zahlreichen Ländern sind eigene Ausstellungen dem künstlerischen Schaffen von René Lalique gewidmet. Sogar Japan hat sein eigenes Lalique-Museum!

Doch ausgerechnet in Frankreich fehlte bislang das, was man im „Lalique-Mutterland” eigentlich als allererstes vermuten sollte: eine zentrale Institution, die der überquellenden schöpferischen Schaffenskraft des legendären Schmuck- und Glaskünstlers René Lalique ein würdiges Denkmal setzt.

Genau das soll sich noch in diesem Jahr ändern: Rund 20 Jahre nach Entwicklung der ersten Pläne und mehr als zwei Jahre nach der feierlichen Grundsteinlegung im November 2008 soll bald im nordwestfranzösischen Wingen-sur-Moder mit dem Musée Lalique das erste Lalique-Museum Frankreichs seine Pforten öffnen. Der Standort in den nördlichen Vogesen ist dabei nicht zufällig gewählt: Virtuoses Glashandwerk hat in der Gegend eine lange Tradition, weshalb René Lalique kurz nach dem Ersten Weltkrieg eben genau dort mit der „Verrerie d´Alsace“ seine Produktionsstätte gründete. Und noch heute ist jene Ortschaft Wingen-sur-Moder untrennbar mit dem Namen Lalique verbunden – hat dort doch das weltweit einzige Produktionswerk des kostbaren Lalique-Kristalls seinen Sitz.

Ein genauer Eröffnungstermin war bei der Direktion des Musée Lalique jüngst noch nicht in Erfahrung zu bringen – dem Vernehmen nach darf mit einer Eröffnung aber wohl noch in der ersten Hälfte dieses Jahres gerechnet werden. Was die geschätzten jährlich rund 50.000 Besucherinnen und Besucher dann erwartet, ist beachtlich:

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Lalique-Themenwoche – Teil 2: René Lalique. Glaskünstler und Avantgarde-Juwelier…

„René Lalique besaß die Gabe, die Welt vor Schönheit erschauern zu lassen“.

Henri-Georges Clouzot

Die französische Schriftstellerin Sidonie-Gabrielle Colette schwärmte von ihm als dem Rodin der Transparenz“, Jugendstil-Glaskünstler Emile Gallé nannte ihn gar den „Erfinder des modernen Schmucks“. Doch als der 1860 in der französischen Champagne geborene René Lalique seine Karriere im Schmuckhandwerk begann, galten die von ihm geradezu mustergültig verkörperten Werte wie Originalität und Inspiration im Juweliergeschäft gemeinhin weniger als quantitative Aspekte wie die bloße Größe oder Fülle der wertvollen Edelsteine. Dieser eher oberflächlichen Art der Wertschätzung juwelierhandwerklicher Kleinodien setzte er mit seinem künstlerischen Schaffen immer wieder deutlich sichtbare Zeichen entgegen – eine Lebensaufgabe

Schon als Kind war Gestaltung und Zeichnen für René Lalique ein essenzielles Mittel, um sich auszudrücken. So verwundert es nicht, dass er im Alter von 16 Jahren eine Lehre bei dem Pariser Art-Nouveau-Juwelier und Goldschmied Louis Aucoc antrat, und anschließend zwei Jahre lang die Londoner Kunstakademie Sydenham College besuchte. Ab 1881 entwarf er Schmuckzeichnungen für Auguste Petit in Paris, machte sich aber bereits ein Jahr später selbstständig und belieferte fortan renommierte Schmuckfirmen wie Boucheron, Destape, Jacta, Hamelin oder Cartier

Seine revolutionären, avantgardistischen Kreationen wurden zu Ikonen der Belle Epoque und ließen ihn bald zum Meister des Art Nouveau – Juwelierhandwerks werden. Seine Inspirationen bezog er vor allem aus der Natur, die er begeistert in all ihren vielfältigen Facetten bewunderte, beobachtete, bestaunte und erforschte; er wurde aber nicht zuletzt auch von japanischen Künstlern beeinflusst, deren Schaffen in westlichen Ländern bei den seinerzeits Furore machenden Weltausstellungen entdeckt wurde. Er erschuf Schmuckstücke, die ganze Szenen abbildeten; Meisterwerke der Juwelierskunst, die regelrechte Miniatur-Skulpturen waren, in denen ein wahres Königreich der Tier- oder Pflanzenwelt seinen Ausdruck fand.

Für die damalige Zeit durchaus kühn und gewagt, verwendete er den weiblichen Körper als ein Mittel der Ornamentik, als Zierelement, womit er einem Vorbild der Renaissancekünstler folgte. So stellte er die Weiblichkeit oft als eine Allegorie dar: halb Frau, halb Tier, zumeist geheimnisvoll, mysteriös, zugleich aber auch von faszinierender Sinnlichkeit und Anmut beseelt. Zu den häufig wiederkehrenden Motiven aus dem Tierreich zählen etwa Libellen, Wespen, Fledermäuse, Schlangen, Drachen, Pfauen, Schwäne und andere Vögel

Die Schönheit und Originalität jener Schmuckstücke macht nicht allein die Inspiration aus, die in ihrem Design zum Ausdruck kommt. René Lalique scheute sich nie, sowohl Arbeitstechniken als auch Materialien einzusetzen, die nicht den  schmuckhandwerklichen Konventionen und Gepflogenheiten der Zeit entsprachen, wie etwa Horn, Elfenbein, Halbedelsteine, Emaille und – natürlich! – Glas, das er mit Gold und Edelsteinen kombinierte.

Zwei Promi-Kunden von René Lalique: Sarah Bernhardt und Calouste Gulbenkian

Sein außerordentliches Talent brachte ihm fast unweigerlich die Gunst und die Bewunderung der höheren, gut betuchten Gesellschaft ein. Zwei seiner wohl prominentesten Kunden waren die von ihm verehrte Diva und Schauspiel-Legende Sarah Bernhardt,  für die er zwischen 1891 und 1894 vielfältigen Bühnenschmuck anfertigte, und der armenische Finanz- und Erdölmagnat Calouste Gulbenkian. Dieser große Kunstliebhaber und passionierte Sammler erwarb ab 1899 rund 150 Schmuckstücke und Kunstwerke von René Lalique, die er – fast ist man heute versucht, zu sagen: zum Glück! – nicht etwa an die Damenwelt verschenkte, sondern sie vornehmlich zum eigenen Pläsier sammelte und hortete, und die somit der Nachwelt erhalten geblieben sind. Heutzutage werden sie im Museum der Gulbenkian-Stiftung in Lissabon ausgestellt – der größten derzeit existierenden Sammlung von Lalique-Exponaten.

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Nez spécial #2: Jean-Claude Ellena – Kreateur der Illusionen

Jean Claude EllenaJean-Claude Ellena hat einmal gesagt, er habe kein Interesse daran mit einem Duft zu versuchen die Natur zu reproduzieren. Er möchte die Düfte der Natur mit Hilfe von hinzugefügte Molekülen verwandeln, transformieren und olfaktorische Illusionen erschaffen…

Dass man als Sohn eines Parfumeurs die Liebe zum Duft in die Wiege gelegt bekommt, ist naheliegend. Zumindest dürften die Sinne von Beginn an auf die feinstoffliche Materie hin geschult sein, so dass  der Wahrnehmung von Düften  eine besondere Rolle zu teil wird. Kein Wunder also, dass  einem solchen familiären Hintergrund eine ganz besondere Nase entspringt.

Als Kind wurde Ellena schon recht früh von der Schule genommen, da seinem ehrgeizigen Vater die Zensuren zu schlecht waren. So kam er früh mit der Arbeitswelt in Kontakt und verbrachte seine ersten Jahre nach der Schullaufbahn als Hilfskraft zu – jedoch schon hier  in der Parfumindustrie. Ein wegweisender Einstieg in ein berufliches Umfeld, welches er nicht mehr so schnell verlassen sollte.  1968 begann er seine Ausbildung bei Givaudan, wo er das Handwerk der Parfumeurskunst von der Pike auf erlernen durfte.

Seine Karriere startete dann fulminant mit dem – heute weltweit als Klassiker bekannten – Duft First für das Duft & – Schmuckhaus Van Cleef und Arpels.  Aus den circa 100 dort arbeiteten Mitarbeitern stach er mit dieser Komposition deutlich aus der Masse heraus, so dass ein erfolgreicher Verlauf seines Werdegangs nicht mehr zu bremsen war. Es folgten viele große Parfums für Dufthäuser wie Frederic Malle, The Diffrent Company,  Cartier, Lacroix, Lalique und  Hermès, bei denen er bis zum heutigen Tage als Hausparfumeur tätig ist.

Seiner Nase sind viele Klassiker zu verdanken, welche sich jahrelanger ungebrochener Beliebtheit erfreuen. Jean-Claude Ellena zeichnet sich für große Düfte wie Colonia Assoluta (Acqua di Parma), La Haie Fleurie du Hameau (L’Artisan Parfumeur),  Un Jardin sur le Nil  & Terre d’Hermè (beide Hermès) verantwortlich.

Interessant ist auch der Wandel in Anwendung der Handwerkskunst. Nutzte Ellena zu Beginn noch an die 200 verschiedene Duftstoffkomponenten, so entwickelte er sich über die Jahre hinweg einen Ruf als Minimalist der Parfums. Heute kreiert er mit nur 20 Ingredienzen einen absolut einzigartiges Parfum.

Ein wahrer Meister seiner Zunft, welcher das Außergewöhnliche im Einfachen sucht.


Tom Ford in Hollywood: A Single Man

Tom Ford ParfumTom Ford, seines Zeichens designender Dandy mit einem bewundernswerten Gespür für das Besondere und dem Talent das Unerreichbare zu erreichen, hat ein neues Projekt abgeschlossen. “A Single Man” ist der Titel des Hollywood-Filmes für den der ehemalige Gucci – Designer das gleichnamige Buch von Christoper Isherwood adaptiert hat und als Regisseur tätig war.

Mit Colin Firth in der Hauptrolle erzählt der Film die Geschichte eines homosexuellen Universitätsprofessor in den 60er Jahren, welcher mit dem Tod seines Partners umzugehen versucht. Der vielversprechende Trailer kann hier angeschaut werden: