Archiv für die Kategorie „Edle duftende Essenzen“
In neuem Gewand: Nilang kehrt zurück
Im Jahr 1995 erschien erstmals der von Parfümeur Gérard Anthony komponierte Lalique-Damenduft Nilang. Das orientalisch-blumige Parfüm betörte seinerzeit mit floralen Kopfnoten von Wasser-Jasmin, Freesie, Seerose und Narzissen, einem Herzen aus Heidelbeeren und Lotos und einer Basis mit Noten von Sandelholz, Ambra, Moschus, Vanille und Praliné.
Im kommenden Februar kehrt Nilang nun nach Deutschland zurück – im neuen Gewand einer überarbeiteten Neuauflage „2011“. Die Rezeptur dieses Aqua-Orientals besteht aus vielen „alten Bekannten“, die auch schon im Original von 1995 anzutreffen waren, die nunmehr aber anders arrangiert wurden: Der Auftakt enthält mit der exotischen Lotosblüte zwar weiterhin einen floralen Akzent, wird aber mit Pfirsich, Mandarine und Melone um einige fruchtige Komponenten ergänzt. Die Herznote wartet mit einem herrlichen Blütenstrauß aus Freesie, Jasmin und Levkoje auf, der von wilder Heidelbeere umrankt wird, während die Basis mit Noten von Ambra, Vanille, Praliné, Sandelholz, Patchouli und Moschus ähnlich konzipiert ist wie auch schon in der 1995er-Version von Nilang.
Lalique wäre nicht Lalique, wenn mit dem Erscheinen einer Duftneuheit nicht auch etwas besonders Schönes und Anmutiges fürs Auge geboten würde. Nilang macht da keine Ausnahme: Neben dem Eau de Parfum, das in einem glasklaren, mit charakteristischen, parallel verlaufenden geometrischen Linien gravierten Parfümfläschchen erscheint, wird es auch eine hoch konzentrierte Extrait-Version von Nilang geben. Der köstliche, mit sinnlichen Rosen- und Tuberosen-Akzenten bereicherte Duftnektar ruht in einem edlen Kristallflakon, der im Stil einer transparenten, runden Blumenvase gestaltet wurde. Das alles prägende Motiv wird von der Lotosblume vorgegeben, die auch die Umverpackung des Eau de Parfum ziert; zwei prächtige Lotosblüten aus Kristall mit ineinander verschlungenen Blütenblättern schmücken den Flakon, und ihre kristallenen Stängel ragen, von außen her klar sichtbar, weit ins Flakoninnere und tauchen tief hinein in die duftende Flüssigkeit des Extrait de Parfum.
Der bereits im vergangenen Jahr vorgestellte Nilang-Relaunch ist die erste Neuheit aus dem Hause Lalique Parfums, die in dessen noch jungem Jubiläumsjahr 2012 in Deutschland erscheint; und es wird bestimmt nicht die letzte gewesen sein! Eigens zum 20. Geburtstag von Lalique Parfums wird es – so war bereits in Erfahrung zu bringen – in diesem Jahr eine limitierte Sonderedition mit dem Lalique-Allzeitklassiker Lalique de Lalique geben. Lassen wir uns überraschen, was die Lalique-Kristallmeister da wieder Schönes und Kostbares zaubern werden!
Lalique Parfums – Nilang (2011)…
…erscheint in Deutschland im Februar und ist ab sofort in unserer Online-Düfteboutique vorbestellbar:
Nilang bei Essenza Nobile
20 Jahre Lalique Parfums – eine Chronik in Düften
Aus Anlass des 20jährigen Gründungsjubiläums der Parfümschmiede des Hauses Lalique in diesem Jahr lassen wir heute die großen, unvergesslichen duftenden Meilensteine aus zwei Jahrzehnten Firmengeschichte von Lalique Parfums noch einmal Revue passieren…
Schade, dass das René Lalique nicht mehr erleben konnte! Fast ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des großen Firmenbegründers erschien 1992 das erste Lalique-Parfüm: Lalique de Lalique schimmert uns verführerisch aus einer geometrisch gestalteten Flasche entgegen, die mit Blättern von Geißblatt dekoriert ist. Der von Max Gavary und Béatrice Piquet kreierte Duft enthält Rose, Jasmin, Iris und Goldlack-Blüten in der Kopfnote, Blätter der Schwarzen Johannisbeere, Brombeere und Birne im Herzen und eine Basis aus Sandelholz, Vanille und weißem Moschus; ein zart pudriger und edel-floraler Duftnektar. Dieser „Ur-Duft“ der Parfümkollektion aus dem Hause Lalique Parfums kommt jedes Jahr aufs Neue in Gestalt eines limitierten Sammlerflakons zu Ehren.
1995 erschuf Gérard Anthony Nilang. Der orientalisch-blumige Damenduft betört mit floralen Kopfnoten von Wasser-Jasmin, Freesie, Seerose und Narzissen, einem Herzen aus Heidelbeeren und Lotos und einer Basis mit Noten von Sandelholz, Ambra, Moschus, Vanille und Praliné. 1997 folgte ein Parfüm namens Claire de Nilang, allerdings mit anderen Duftkomponenten: Zu Freesie, Vanille und Sandelholz gesellten sich Koriander, Bergamotte, rosa Pfeffer, Robinie und Hibiskus.
Lalique pour Homme Lion aus dem Jahr 1998 wurde von René Laliques Entwürfen für dekorative Kühlerdeckel auf alten Autos inspiriert. Der majestätische Löwe stand als Symbol Pate für diesen ersten Herrenduft von Lalique Parfums, der ausgesprochen frisch und viril daherkommt. Das von Top-Parfümeur Maurice Roucel kreierte Parfüm überrascht mit hesperidischen Kopfnoten von sizilianischer Bergamotte, italienischer Mandarine mit alpinem Lavendel und Rosmarin über einem Herzen aus Jasmin, Iris und Virginia-Zeder. Ambra, indonesischer Patchouli, indisches Sandelholz, Eichenmoos und Vanille sorgen für einen delikaten Ausklang…
Ein Jahr später, 1999, kreierte Laurent Bruyere Le Baiser. Dieser blumige Lalique-Damenduft vereint schwarze Johannisbeeren, Gardenie und Veilchen mit einer Herznote aus Pfeffer, Jasmin und Pimentbeeren und einer Basisnote aus Sandelholz, Amber, Moschus und Zeder.
Lalique pour Homme Equus (2001) von Emilie Coppermann atmet die Frische und Männlichkeit herrlich „waldiger“ Noten. Die Komposition reicht von Zitronenbaum, Wacholder, Kardamom, Bergamotte und Sequoia-Holz bis hin zu Vetiver, Amyris-Holz, Benzoe aus Siam, Leder und Moschus.
2002 jährte sich die Gründung von Lalique Parfums zum zehnten Mal; das eigens zu diesem Anlass kreierte Jubiläums-Parfüm hieß Tendre Kiss und erschien in einem pinkfarbenen Kristallflakon, dessen Form bereits an einen Kussmund erinnert, und in dessen Mitte auch eine Kuss-Szene dargestellt wird. Ein Liebes-Duft par excellence! Zum zehnten Jahrestag der Firmengründung vereinigte Lalique Parfums so leckere Duftnoten wie Litschi, Beeren, Rosenblüten, Pfeffer, Muskatnuss, Bourbon-Vanille, Sandelholz und Weihrauch zu einem ausgesprochen romantischen Duftcocktail.
Zwei Jahre nach dem Tod von Marie-Claude Lalique wurde 2005 Lalique Le Parfum veröffentlicht; die Inspiration entstammt einem Werk von René Lalique namens „Masque de Femme“, dessen Abbild auch die Umverpackung ziert, die im selben flammend-roten Farbton gehalten ist wie auch die edle Kordel, die den Flakon schmückt. Dieses opulent-sinnliche, orientalische Duftgedicht wurde von keinem Geringeren als Parfümmeister Dominique Ropion komponiert; Bergamotte, Lorbeer und Rosa Pfeffer in der Kopfnote fließt in ein florales Herz aus Jasmin und Heliotrop, das schließlich mit einer wunderbar warmen Basis aus Vanille, Patchouli, Tonkabohne und Sandelholz feierlich ausklingt.
Lalique Parfums wird 20: ein Jubiläum in Kristall
In diesem Jahr wird Lalique Parfums 20 Jahre alt. Ein festlicher Anlass für einen kleinen Rückblick auf zwei Jahrzehnte außergewöhnlicher Parfümeriegeschichte…
Lalique – der Name steht natürlich zuallererst einmal für Kristall, und für die vielfältigen, unvergesslichen „Art Nouveau“-Glaskunstwerke und Schmuckstücke des Firmengründers René Lalique; doch die Geschichte der Firma ist seit jeher auch eng mit der der Parfümeriebranche verbunden. René Lalique entwarf wunderschöne Parfümflakons für die großen Häuser der Branche, insbesondere arbeitete er zu Beginn des 20. Jahrhunderts eng mit François Coty zusammen. Houbigant, Molyneux, Roger & Gallet und Worth – sie alle hatten in den 1920er/30er Jahren von René Lalique gestaltete Parfümfläschchen in ihrem Sortiment. Der kreative Geist des Jugendstils vereinigte Kunst und Industrie im Dienste des Parfümeriewesens.
Zeitsprung: Fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod beschloss René Laliques Enkelin Marie-Claude im Jahr 1992, die Welt der schönen Düfte um eine eigene Lalique-Parfümlinie zu bereichern. Lalique Parfums versprach von Anfang an eine aufregende Synthese aus exklusiven, luxuriösen Parfümkreationen und virtuosem, traditionsreichem Kristallglas-Handwerk zu werden. Im Mittelpunkt des Konzepts von Lalique Parfums stand es dabei, qualitativ hochwertige Parfüms von den besten Parfümeuren kreieren zu lassen, und diesen freie Hand bei der Auswahl der hierfür benötigten edlen Rohstoffe zu lassen.
Und so liest sich die Namensliste der handverlesenen Parfümschöpfer(innen), die in den vergangenen 20 Jahren Parfüms für Lalique komponierten, wie ein „Who is Who“ der Meisterliga der Parfümeure: Jean-Claude Ellena, Maurice Roucel, Emilie Coppermann, Dominique Ropion, Béatrice Piquet, Nathalie Lorson, Christine Nagel, Gerard Anthony, Bertrand Duchaufour – um nur einige von ihnen zu nennen. „Den Hausparfümeur“ gibt es also (anders als bei vielen anderen Marken) bei Lalique nicht. Vielmehr wurden von Lalique Parfums in zwei Jahrzehnten die unterschiedlichsten Top-Parfümeure mit der Aufgabe betraut, Parfüms zu kreieren, die des großen Namens „Lalique“ würdig sind. Wie man sehen (bzw. riechen) kann, mit oftmals überragenden Resultaten…
Nach Veröffentlichung des gefeierten ersten Lalique-Duftes Lalique de Lalique begann Lalique Parfums schon früh (seit 1994) damit, limitierte Sondereditionen auf den Markt zu bringen – ein alljährlich wiederkehrendes Ereignis, das von Sammlern in aller Welt stets mit viel Vorfreude erwartet wird. Und Lalique Parfums belohnt deren Geduld immer wieder aufs Neue mit exquisit gestalteten Jahresflakons, die ihresgleichen suchen: begehrte Sammlerobjekte voller Schönheit, visueller Anmut und Noblesse.
Ursprünglich ausschließlich den weiblichen Parfüms des Hauses gewidmet, wurde ab 1998 auch männlichen Parfümvarianten die Ehre zuteil, in Form der begehrten Sammlerflakons veröffentlicht zu werden. Die kostbaren, aufwändig und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Parfümfläschchen sind für die Kunsthandwerker des Hauses Lalique nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine willkommene Möglichkeit, in den Königsdisziplinen ihrer Zunft zu brillieren und – von der ausgefeilten Ausgestaltung kleinster Details des Flakonkörpers bis hin zur Schöpfung brillanter Miniaturskulpturen – kleine Meisterwerke zu erschaffen. Stets unverkennbar inspiriert vom künstlerischen Geist, Stil und Erbe René Laliques… jenes Jahrhundert-Kunsthandwerkers also, der nach Henri-Georges Clouzot mit der Gabe gesegnet war, „die Welt vor Schönheit erschauern zu lassen“.
Die überragende Qualität der Duftkompositionen und das besondere Augenmerk, das der Gestaltung der Parfümflakons gewidmet wird, verleiht der Marke Lalique Parfums seit nunmehr 20 Jahren einen ganz eigenen, herausragenden Status in der Parfümeriewelt – ein besonderes Prestige, das gespeist wird aus einem reichhaltigen Fundus an altehrwürdiger Handwerks- und Markentradition auf der einen – und einem faszinierend modernen Impuls auf der anderen Seite, gepaart mit einer unwiderstehlichen Aura von purem Luxus.
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Lesen Sie hier in Kürze Teil 2 unseres Jubiläums-Specials: „20 Jahre Lalique Parfums – eine Chronik in Düften“. Duftende Meilensteine aus der Firmengeschichte von Lalique Parfums…
Der Geist der Tiara, neu interpretiert: Jahresflakon 2012 zum 20. Geburtstag von Lalique Parfums
Das neue Jahr ist noch jung, und doch schon wieder fünf Tage alt – jedenfalls höchste Zeit, hier endlich einmal den spektakulären (und bei uns immerhin bereits seit Oktober erhältlichen) Jahresflakon 2012 von Lalique Parfums vorzustellen!
Ganz im visuellen Mittelpunkt des diesjährigen Jahresflakons („Flacon Collection Cristal Edition Limitée 2012“), der den 20. Jahrestag des Bestehens von Lalique Parfums markiert, steht die Tiara – ein klassisches Motiv aus der laliqueschen Handwerkskunst, das zugleich deren Markenzeichen ist. Der Begriff Tiara stammt aus dem Griechischen („τιάρα“) und stand auch im Lateinischen für eine edle Kopfbedeckung (Turban, Diadem, Krone). Als Tiara wurde ursprünglich eine kegelförmige, mit goldener Spitze oder auch mit einem Diademreif versehene Kopfbedeckung altpersischer und assyrischer Könige, später aber auch die (heute nicht mehr getragene) Papstkrone bezeichnet.
Im Werk von René Lalique ist die Tiara ebenfalls eine Krone – hier krönt sie jedoch nicht etwa ein königliches oder päpstliches Haupt, sondern den meisterlich gefertigten Parfümflakon. Zum ersten Mal wurde die Tiara im Jahr 1913 in einem Werk René Laliques aufgegriffen. Damals war dies noch überaus ungewöhnlich, denn seinerzeit war es üblich, lediglich der schmückenden Gestaltung des Flakonkörpers Beachtung zu schenken. Erst später wurden auch die Verschlüsse der Parfümfläschchen aufwändig verziert; nun rankten sich Blüten und ähnliche Motive um die Verschlusskappen der Flakons… da diese kleinen Kunstwerke die Parfüms so wunderschön krönten und unwillkürlich an prachtvolle Kronen erinnerten, nannte man sie „Tiara“.
In der Kopfnote des im Jahresflakon enthaltenen, 1992 von Marie-Claude Lalique kreierten Duftes „Lalique de Lalique“ vibrieren herrliche Blütenduft-Noten, die auch als Thema in der Gestaltung der Tiara aufgegriffen wurden; die Blüten wurden in die drei Zweige virtuos als stilisierte Motive eingearbeitet. Auch das in edler Elfenbeinfarbe gehaltene Coffret wird von wunderschönen Blütenmotiven (Rose, Jasmin, Geißblatt) geziert.
Nicht weniger als vier Glasmeister waren an der Erschaffung dieses anspruchsvollen Meisterwerkes beteiligt. Eine polierte Fläche hier, eine mattierte Fläche da – das Design der Tiara spielt raffiniert mit dem Licht und mit feinen optischen Kontrasten, die dem Kristall Leben einhauchen. Der schörkellose, eher einfach geformte Flakonkörper betont die ihn prunkvoll krönende Tiara zusätzlich.
Der Hals des Flakons ist mit einem feinen Goldfaden geschmückt und am Übergang zur Tiara mit einer traditionellen „Baudruchage“-Versiegelung versehen. Der transparente Flakonkörper gibt den Blick frei auf die in seinem Inneren befindliche duftende Köstlichkeit, die in den Augen des Betrachters in manchen Augenblicken wie flüssiges Gold zu schimmern scheint… hier ein paar Bilder:
Lalique Parfums – Jahresflakon 2012 bei Essenza Nobile
„Duft des Himmels“ und „Schweiß der Götter“: Weihrauch – in Zukunft kostbarer als Gold?
Weihrauch ist nicht nur aus der katholischen Liturgie, sondern auch aus der Parfümherstellung kaum wegzudenken: Düfte wie Frankincense & Myrrh von Czech & Speak oder Kilians Incense Oud führen den Weihrauch (engl. „incense“ oder „frankincense“) sogar schon im Namen, andere wie etwa Cuir Mauresque von Serge Lutens, Mark Buxtons mb03, Carbone de Balmain von Parfums Balmain oder Byredos Chembur spielen mit Noten von Weihrauch und setzen ihn olfaktorisch in Szene. Ganz besonders häufig findet man Weihrauch als Duftkomponente in den Parfüms von Amouage, aber auch in Kosmetikprodukten wie etwa der Frankincense Revitalising Night Cream von REN finden Essenzen des Weihrauch-Baumes Boswellia Verwendung.
Der Sage nach soll Weihrauch eine jener drei Gaben gewesen sein, die die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind bei seiner Geburt darbrachten. Just zum zurückliegenden Weihnachtsfest erreichte uns nun folgende Meldung, die gewiss alle Liebhaberinnen und Liebhaber des würzig-balsamischen Weihrauchduftes aufhorchen lässt: Die Weltvorräte an Weihrauch gehen zusehends zur Neige. Nicht nur das Öl sprudelt nicht endlos und unaufhörlich bis ans Ende aller Tage – auch die Tage eines so geradezu klassischen nachwachsenden Rohstoffes wie Weihrauch könnten schon in absehbarer Zeit gezählt sein.
Dies jedenfalls legt eine von einem Forscherteam aus Äthiopien und den Niederlanden durchgeführte Studie nahe, die kürzlich von der Britischen Ökologischen Gesellschaft veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler hatten über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg mehr als 6000 Boswellia-Pflanzen im Nordwesten Äthiopiens untersucht. Das Ergebnis ihrer Untersuchung: Die Baumbestände sind mittel- und langfristig stark gefährdet. Schon binnen 15 Jahren könnte die Weihrauch-Produktion um 50 Prozent sinken, für die nächsten 50 Jahre prognostizieren die Forscher sogar einen Rückgang von 90 Prozent. Die Ursache für diese dramatische Entwicklung sieht das Forscherteam in einer zunehmenden Anzahl von Bränden sowie Überweidung und Schädlingsbefall – Probleme, denen das derzeit praktizierte Management der Boswellia-Baumbestände nur unzureichend gerecht werde, wodurch die traditionsreiche Weihrauch-Produktion langfristig „dem Untergang geweiht“ sei. Weihrauch könnte dann womöglich sogar wertvoller werden als Gold…
Vor dem Hintergrund dieser Meldung könnte die Gründung einer Weihrauchbaum-Plantage leicht wie die Geschäftsidee des Jahres erscheinen. Doch bevor Sie, verehrte Leserinnen und Leser, sich nun womöglich gleich auf den Weg zur örtlichen Gärtnerei begeben, um ein paar hundert Boswellia-Bäume für den heimischen Vorgarten zu ordern, sei darauf hingewiesen, dass die anspruchsvolle Pflanze nur in ausgesuchten, ganz exklusiven Wohnlagen zu wachsen beliebt. Europäische Gärten zählen leider nicht dazu – der Boswellia-Baum ist da sehr wählerisch. Sollte man hingegen zufällig über Land- und Immobilienbesitz in Somalia, Äthiopien, Oman oder im Jemen verfügen, darf man ihn zumindest einmal träumen – den Traum vom flüssigen Gold, das im eigenen Garten aus Baumrinden tropft. Denn genau in einigen Regionen eben dieser Länder gedeiht der Baum mit dem begehrten Edel-Harz – und kaum irgendwo sonst.
„Schön und gut“, wird sich nun vielleicht manch einer denken, „aber wozu das alles eigentlich“? Der Aufwand, in kargen Felsenlandschaften jahraus, jahrein Boswellia-Bäume zu hegen und zu pflegen, ist immerhin gewiss nicht unerheblich… Weihrauch ist in erster Linie in drei Bereichen von besonderem Interesse: In dem des kultisch-religiösen Zeremoniells, im Parfümeriewesen und in der Heilkunde. Vor allem die katholische Kirche hat Weihrauch-Duft regelrecht zu ihrem olfaktorischen Markenzeichen gemacht. Doch auch in der orthodoxen Liturgie gilt Weihrauch als „Duft des Himmels“. Und selbst in der evangelischen Kirche findet er – nachdem er dort lange Zeit gänzlich aus der Liturgie verschwunden war – mittlerweile wieder hier und da Verwendung; nach Kapitel 8 der biblischen Offenbarung und Psalm 141 („Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf“) ist Weihrauch ein Symbol für das Gebet der Gläubigen, das zu Gott emporsteigt. Insgesamt gibt es mehr als 40 Bibelstellen, in denen Weihrauch explizit erwähnt wird.
„Und ein anderer Engel kam und trat mit einer goldenen Räucherpfanne an den Altar; ihm wurde viel Weihrauch gegeben, den er auf dem goldenen Altar vor dem Thron verbrennen sollte, um so die Gebete aller Heiligen vor Gott zu bringen. Und aus der Hand des Engels stieg der Weihrauch mit den Gebeten der Heiligen zu Gott empor“…
(Bibel – Offenbarung 8, 3-4)
Ähnliche spirituelle Bedeutungen wurden und werden dem Weihrauch auch in anderen Kulturkreisen beigemessen. Bereits den alten Ägyptern galten die Weihrauch-Harzperlen als „Schweiß der Götter“. Die Vorstellung, dass Weihrauchduft eine Verbindung zum Göttlichen herstelle, ist schon seit Jahrtausenden verbreitet. Aber auch ganz und gar irdische Herrscher der Welt bedienten sich des Weihrauchs, um sich verehren und verherrlichen zu lassen. So wurde etwa römischen Statthaltern und Kaisern feierlich Weihrauch vorangetragen, wenn sie in eine Stadt einzogen – was neben dem Aspekt der Huldigung nebenbei aber auch noch einem weiteren, ganz profanen und pragmatischen Zweck diente: Der seinerzeit im Stadtinneren menschlicher Wohnsiedlungen wabernde Kloakengestank wurde auf diese Weise für die Dauer des hohen Besuches mit sakral-göttlichem Duftambiente übertüncht – man könnte sagen: ein frühes Beispiel für geschickt eingesetztes Duft-Marketing; ging so doch mit dem Erscheinen eines römischen Machthabers stets eine angenehm-himmlische Duftbrise einher, was dem Image der jeweiligen hochgestellten Persönlichkeit bei ihren Untertanen durchaus zuträglich gewesen sein dürfte…
Von der vielfältigen Verwendung des Weihrauchduftes in Parfümerie- und Kosmetikprodukten war eingangs bereits die Rede. Weniger als für seinen markanten, charakteristischen Duft ist Weihrauch aber gemeinhin für seine Heilwirkung bekannt. Die vielfältigen althergebrachten medizinischen Anwendungen reichen von Desinfektion (im alten Ägypten) über die Behandlung von chronischer Arthritis und Bronchitis (in der ayurvedischen Volksmedizin Indiens) oder Syphilis und Magenbeschwerden (in der traditionellen Medizin Ostafrikas) bis hin zur Linderung rheumatischer Leiden (in der klassischen europäischen Naturheilkunde) oder gar der Unterstützung der geistigen Vitalität (in der persischen Heilkunde). Der altgriechische Arzt Pedanios Dioskurides setzte Weihrauch zur Wundbehandlung und gegen Hämorrhoiden ein, Hildegard von Bingen empfahl ihn zur Behandlung von Tinnitus und starken Kopfschmerzen. Viele dieser dem Weihrauch-Harz Olibanum zugeschriebenen Heilwirkungen sind freilich im streng wissenschaftlichen Sinne nicht (oder noch nicht) erwiesen; zu manchen jedoch – wie etwa zur entzündungshemmenden Wirkung der Boswellia-Säure Acetyl-11-Keto-b – liegen bereits fundierte Erkenntnisse vor, wie es auch erste Studien zur Weihrauch-Behandlung von Asthma Bronchiale, chronischen Entzündungen wie Polyarthritis oder Rheuma, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa) und sogar Tumorzellen gibt, die z.T. jahrtausendealtes Wissen um die Heilkraft des Weihrauchs mit den modernen Methoden der Wissenschaft bestätigen.
Zu welchem Zweck genau man Weihrauch aber auch immer verwenden mag – sei es als Heilmittel, Kosmetikcreme, göttlicher Duft oder einfach, um dem Göttlichen etwas näher zu sein – eines scheint jedenfalls sicher zu sein: Der Spaß dürfte in nicht allzu ferner Zukunft zunehmend kostspielig werden. Sofern die Vorhersagen des äthiopisch-niederländischen Forscherteams zur zukünftigen Entwicklung der Weihrauch-Produktion zutreffen, dürfte dieser Tage so mancher schon mal darüber nachgedacht haben, sein Geld anstatt in Aktien, Festgeld, Anleihen oder Gold vielleicht lieber in Weihrauch-Harzperlen anzulegen – krisensichere Kapitalanlage, einmal anders.
Ob wir allerdings tatsächlich irgendwann Zeiten erleben werden, in denen…
- smarte Anlageberater dringend zum Horten von Weihrauch-Harz in gut gepanzerten Tresoren und Bankschließfächern raten
- die Kirchensteuer drastisch erhöht werden muss, damit die katholische Kirche ihren Weihrauchbedarf noch weiter decken kann
- oder gar im streng bewachten US-Golddepot Fort Knox statt Gold nur noch Weihrauch eingelagert wird
…das wird dann wohl doch erst die Zukunft zeigen. Einstweilen jedenfalls bleibt uns der „Duft des Himmels“, jener sagenumwobene „Schweiß der Götter“ in Form mannigfaltiger himmlischer Duftkompositionen gänzlich unverändert erhalten – genau so, wie man ihn schon seit Jahrtausenden kennt.

Weihrauch-Harz Olibanum (Boswellia serrata): Zur Gewinnung des Harzes wird die Rinde des Boswellia-Baumes angeritzt. Aus dieser tritt der kostbare Pflanzensaft aus, der an der Luft erstarrt und dann „geerntet“ werden kann. Die dabei gewonnenen Weihrauch-Körner sind nahezu geruchsneutral; erst bei ihrer Verbrennung entsteht der bekannte, Weihrauch-typische Duft…
Düfte und Kosmetika mit Weihrauch-Ingredienzien bei Essenza Nobile
Königliche Düfte in neuem Gewand – Teil 2: FLORIS Design-Metamorphose abgeschlossen
Im Juli berichteten wir bereits über den ersten Teil des Verpackungsrelaunch bei den Damendüften des Hauses FLORIS. Nun ist die Veränderung des Designs auch bei den Herrendüften sowie den Parfüms der „Classic“-Linie (No. 127, Limes, Bouquet de la Reine) angekommen – damit ist jetzt die gesamte FLORIS-Produktpalette in ein neues Gewand gekleidet:
- Die Umverpackung der Damendüfte ist in Beige-Gold gehalten, die Kartonage der „Classic“-Linie in Dunkel- und die der Herrendüfte in Hellblau; allen gemeinsam ist der charakteristische, markante goldfarbene Rand.
- Sowohl die Umverpackungen als auch die Parfumflakons ziert nun durchweg ein goldumrandetes, dunkelblaues Etikett, auf dem – in goldfarbenen Lettern und von royalen Verzierungen umrankt – das FLORIS-Markenlogo sowie der Name des jeweiligen Duftes prangt.
- Unverändert bleibt die golden-glänzende Verschlusskappe als unverkennbares Markenzeichen und „Krone“ der FLORIS-Düfte erhalten.
- Die neue Produktgestaltung ist eine Referenz an die Ursprünge und Tradition, aber auch die geschichtsträchtige „Corporate Identity“ des Hauses FLORIS – die Traditionsfarben der bereits 1730 gegründeten Marke, die seit 1820 Hoflieferant des englischen Königshauses ist (Blau und Gold) werden ganz in den Fokus der neuen Produktgestaltung gerückt.
Damit ist die Design-Metamorphose der FLORIS-Düfte, die im Sommer 2011 begann, nun komplett abgeschlossen. Voilà – hier ein paar Beispiele für das aktuelle Erscheinungsbild der Produkte der Herrenduft- und „Classic“-Linie:
FLORIS-Düfte bei Essenza Nobile
Bond No. 9 – „X-Mas Collection 2011“: Kostbare Parfüm-Schätze zum Weihnachtsfest
Wer die Düfte von Bond No. 9 liebt, wird zum bevorstehenden Weihnachtsfest besonders reich beschert: Das New Yorker Kult-Parfümhaus bietet gleich sieben Sondereditionen im Rahmen seiner „X-Mas Collection 2011“. Im Mittelpunkt dieser Kollektion herrlicher Schätze stehen die beiden Erfolgsdüfte „Scent of Peace“ und „Bond No. 9 Perfume“. Doch auch Liebhaberinnen und Liebhaber andere Bond No. 9 – Parfüms kommen auf Ihre Kosten…
Ich möchte Sie herzlich einladen, mit mir für ein paar Momente in einer wahren Schatzkammer kostbarer Parfüm-Kleinodien aus dem duftenden Herzen der Weltmetropole New York zu schwelgen:
The Perfumista’s Perfect Ten
Bond No. 9 präsentiert zehn seiner Düfte in 5 ml Miniaturflakons – luxuriös verpackt in einer wunderschönen, goldfarben schimmernden Box!
„The Perfumistas Perfect Ten“ beinhaltet folgende Bond No. 9 Düfte:
Bond No. 9 Andy Warhol, Union Square, Bleeker Street, Bond No. 9 Perfume, Chelsea Flowers, Chinatown, Eau de New York, Hamptons, Nuits de Noho, The Scent of Peace und Wall Street.
Bond No. 9 Perfume – Duftkerze & Body Silk
Oud auf der Haut – und in der Luft! In gleich zwei neuen Varianten erscheint die edle Duftschöpfung Bond No. 9 Perfume, in der laszives Oud mit einer eleganten Rose spielt, und von Tonkabohnen-, Karamell- und Mandel-Aromen umschmeichelt wird, untermalt von sinnlich weißem Moschus…
Ein duftender Traum in Oud – einmal als luxuriöse Duftkerze, einmal als geschmeidig-zarte Körpercreme!
A Favorite Trio
“A Favorite Trio” ist ein Geschenk, das die Herzen aller Bond No. 9 – Fans gewiss ein paar Zentimeter höher schlagen lässt: In einer goldfarbenenen Präsentbox präsentiert das New Yorker Parfümhaus drei seiner beliebtesten Düfte:
Das Bond No. 9 Parfüm, Astor Place und Nuits de Noho.
Refillable Pocket Spray (4x 7 ml Taschenzerstäuber)
So viel Funkeln war selten zuvor: das „Swarovski All-Stars Quartet To Go“! Hierbei handelt es sich um vier mit einem wahren Teppich aus märchenhaft funkelnden Swarovski-Steinen besetzten Taschen-Parfümsprays – einer in glitzernder Fuchsienfarbe gehalten (Chinatown), einer in Kobaltblau (Nuits de Noho), der nächste in Silber-Kristall (Scent of Peace) und wieder ein anderer in edlem Schwarz (Bond No 9 Perfume)…
Die Edel-Sprays im praktischen Handtaschen-Format (4x 7ml) ruhen sanft in ihrem luxuriösen Bett – einer goldenen Präsentbox, und sind außerdem mit einem goldfarbenen Mini-Trichter ausgestattet (ja, die Taschensprays sind natürlich auch nachfüllbar)!
The Peace Offering Box
Wer den legendären New Yorker Erfolgsduft Scent of Peace mag, wird “The Peace Offering Box” gewiss lieben! Dieses wunderschöne Geschenk bietet alles, was das Scent-of-Peace-Herz begehrt:
100 ml Eau de Parfum, eine parfümierte Körpercreme und obendrein eine Duftkerze – und all das mit dem köstlichen Duft von „The Scent of Peace“.
The Scent of Peace Perfume Bejeweled Spray
Last but not least: Scent of Peace – Perfume Bejeweled Spray, das Highlight der diesjährigen Weihnachtskollektion von Bond No. 9!
The Scent of Peace von New Yorks Bond No. 9 ist vielleicht das schönste Parfüm, das je einer Stadt gewidmet wurde. Die harmonische, perfekt abgestimmte Melange aus sprühenden, belebenden Noten von Grapefruit und schwarzer Johannisbeere, wunderbar lieblichen Maiglöckchen und einer beruhigenden, sanft-weichen Basis aus Zedernholz und Moschus erfreut sich sowohl bei Damen als auch bei Herren großer Beliebtheit.
Zum Weihnachtsfest 2011 erscheint der begehrte Bestseller unter den Bond No. 9-Düften als kostbare „Incandescent Shooting Super Star“ – Edition, über und über bedeckt mit hell schimmernden Swarovski-Kristallen. Sogar die silbergetönte Geschenkschatulle und die ovale Verschlusskappe des in der Bond No. 9-typischen Sternform gehaltenen Flakons zieren herrlich funkelnde Steine… ein wahres Juwel aus der New Yorker Düfteschmiede Bond No. 9!
Bond No. 9 – X-Mas Collection 2011 bei Essenza Nobile
Editions de Parfums Frederic Malle – die Parfümeure
In der Welt der deutschen Parfümeriebranche war es zweifelsohne eines der großen Highlights dieses Jahres: Die hochexklusive französische Düfte-Kollektion Editions de Parfums Frederic Malle ist – nach ihrer Einführung in der Mannheimer Kurfürsten Parfümerie – seit dem 1. Dezember auch bei Essenza Nobile, und damit nun endlich auch im deutschsprachigen Internet verfügbar. Rasch machte die frohe Kunde in diversen Beauty- und Parfümforen die Runde, und nun kennt die Begeisterung kaum noch Grenzen. Was für viele unserer Kundinnen und Kunden übrigens nicht weniger gilt als für uns selbst… hatten wir doch lange, intensiv, mit viel Liebe, Geduld und auch so einigem Herzblut daran gearbeitet, diesen lange gehegten (Parfüm-)Traum wahr werden zu lassen!
Aus diesem überaus freudigen aktuellen Anlass möchte ich hier einmal einen kleinen Überblick über die einzelnen Parfümeure (respektive „Duft-Autoren“, wie Frédéric Malle sie nennt) geben, die ihr überragendes Können und Talent bislang in den Dienst von Editions de Parfums Frederic Malle gestellt haben:
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DOMINIQUE ROPION
Beginnen möchte ich den Reigen der Parfümeure mit Dominique Ropion, den man wohl mit Fug und Recht als „den“ Frédéric-Malle-Parfümeur bezeichnen kann; denn kein zweiter hat für Editions de Parfums Frederic Malle ähnlich viele schöne Düfte kreiert. Er lernte sein Handwerk im legendären Roure Bertrand Dupont Labor, bevor er seine Arbeit mit Jean-Louis Sieuzac begann, einem der größten Techniker der Parfümeriewelt. Heute ist er ein Star-Parfümeur bei IFF. Als Abenteurer, der sich dem Instinkt hingibt, ist Ropion immer auf der Suche nach neuen, harmonischen Akkorden, die durch das Zusammenspiel von Ingredienzien entstehen, die extrem gegensätzlich sind. Durch das Spannungsverhältnis zwischen Präzision und Freiheit wird sein Werk zu etwas ganz Besonderem…
Dominique Ropion hat für Editions de Parfums Frederic Malle insgesamt acht Düfte kreiert: fünf edle Parfüms (Une Fleur de Cassie, Vétiver extraordinaire, Carnal Flower, Géranium pour monsieur, Portrait of a Lady) und drei exquisite Duftkerzen (1er Mai, Un Gardénia la nuit, Santal Cardamome).
EDMOND ROUDNITSKA
Edmond Roudnitska war einer der ganz Großen seines Fachs. 1905 in Nizza geboren, hat dieser “Parfüm-Komponist”, wie er seinen Beruf selbst definierte, das Universum der Düfte nachhaltig beeinflusst. Einige sehen ihn als den “Vater der modernen Parfümerie”, in jedem Fall war er ohne jeden Zweifel eine der größten “Nasen” in der Geschichte des Parfümeriewesens.
Edmond Roudnitska begann seine Arbeit im Jahr 1926 in einem Labor im Parfümerie-Mekka Grasse. Dort hatte er Zugang zu allen Arten von Parfümerie-Rohstoffen, natürlichen ebenso wie synthetischen, wodurch er ein immenses Wissen in diesem Bereich sammeln konnte. Dieses Wissen ermöglichte es ihm, seinen innovativen persönlichen Stil zu entwickeln, mit dem er seine Formeln – Rohstoff für Rohstoff – entwickelte.
Dann begann er seine Tätigkeit für Roure Bertrand Dupont in Argenteuil, wo er 13 Jahre lang blieb. 1943 wurde er Parfümeur bei De Laire, dort traf er Marcel Rochas, dem er seine erste Komposition vorstellte. Sie wurde sofort unverändert in ihrem Ur-Zustand angenommen; damit war “Femme” geboren, und die Türen der Haute Couture öffnete sich nun für ihn. Im Jahr 1946 gründete er zusammen mit seiner Frau Thérèse sein eigenes Labor ART & PARFUM. Ihr Treffen mit Christian Dior und Serge Heftler-Louiche (Frédéric Malles Großvater) einige Jahre später war entscheidend. Es führte zu so legendären Kreationen wie Diorama, Diorling, Eau Fraîche, Diorissimo, Eau Sauvage und Diorella. Der Duft L’Eau d’Hermès, den er im Jahr 1951 für Emile Hermès kreierte, ist eine weitere seiner großen, unvergesslichen Schöpfungen.
Der Meister-Parfümeur Edmond Roudnitska lebte seit 1949 in Cabris und führte bis zu seinem Tod im Jahr 1996 seine Arbeit fort. Seine lange Zeit unveröffentlichte Parfümkreation Le Parfum de Thérèse kommt im Rahmen von Editions de Parfums Frederic Malle posthum zu Ehren.
EDOUARD FLÉCHIER
Edouard Fléchier wurde im Jahr 1949 in Grasse geboren und schon in sehr jungen Jahren zeigte er Interesse an der Haute Parfumerie. Im Jahr 1967 besuchte er die renommierte Parfümerie-Schule von Roure Bertrand Dupont. Dort studierte er mit Marcel Carles (Sohn von Jean Carles, dem Gründer der Schule). Selbst unter seinen Mitschülern dort ragte er hervor und galt als Phänomen, da er geruchsempfindlicher als jeder andere war. Zuerst als Parfümeur für Roure in Grasse beschäftigt, wechselte er 1977 in die Luxusparfüm-Abteilung des Unternehmens; bis Mitte der 80er Jahre hatte er sich dann zu einem der Star-Parfümeure Frankreichs gemausert.
Frédéric Malle erinnert sich aus der Zeit, in der sie gemeinsam bei Roure Bertrand Dupont arbeiteten, was für ein besonders präziser Parfümeur Edouard Fléchier war. Jene Präzision ist das Ergebnis einer virtuosen Technik und einer großen Konzentrationsfähigkeit – Eigenschaften, die es ihm auch heute ermöglichen, die hochgesteckten Ziele, die er sich selbst gesetzt hat, zu erreichen…
Die beiden Parfüms Lys Méditerranée und Une Rose sind Edouard Fléchiers virtuoser Beitrag zur Kollektion von Editions de Parfums Frederic Malle.
JEAN-CLAUDE ELLENA
Jean-Claude Ellena ist ein Parfum-Komponist. Geboren im französischen Parfümerie-Mekka Grasse und aufgewachsen in einer Parfümeurs-Familie, wurde er im Alter von 17 Jahren in die Parfümherstellung eingeführt. Von Grasse nach Paris, vorbei an den Stationen New York und Genua, von den Chiris Betrieben zum Unternehmen Créations Aromatiques, ist er den Weg eines Autodidakten gegangen. Parfüm ist sein Leben, durch Parfüm näherte er sich aber auch anderen Kunstformen wie Malerei, Literatur und Musik an. Für Jean-Claude Ellena ist „Parfüm eine Geschichte der Gerüche, eine Art von Poesie, eine Arbeit über Erinnerung und vor allem eine Schöpfung des Geistes“.
Seine Quelle der Inspiration: „Alltagsleben, der Geruch von Wachsböden, sauberer Bettwäsche, Haut, eines alten Pullovers, Toastbrot, Tee, Schokolade, Erdbeerjoghurt, Gewürzen, Milchreis, Blumen, Obst, Buntstiften, Weißleim, Kaugummi, der Bäckerei, des Blumenhändlers, der U-Bahn oder das Gefühl beim Riechen eines Engelwurz-Straußes im Regen“…
Jean-Claude Ellenas kreative Handschrift ist einfach, minimalistisch und modern. Er ist mit vier wahrhaft meisterlichen Düften im Rahmen von Editions de Parfums Frederic Malle vertreten: Angéliques sous la pluie, Cologne Bigarade, Bigarade Concentrée und L’Eau d’Hiver.
SOPHIA GROJSMAN
Sophia Grojsman ist das, was man zu Recht als „parfumeur extraordinaire“ bezeichnen könnte; sie hat einen sehr persönlichen Stil gefunden, der Behaglichkeit und zarte Sinnlichkeit miteinander verbindet, und ihre Karriere ausschließlich dem Komponieren femininer Parfums gewidmet. Die meisten ihrer Werke drehen sich um sogenannte “Bottom-ups”, eine von ihr erfundene Spielart von Düften, die Überdosen von Basisnoten beinhalten.
Für Editions de Parfums Frederic Malle arbeitete Sophia nunmehr zum ersten Mal an einer Duftkerze: Russian Nights betört mit delikaten Noten von Muskat, Zimt, Iris und Sandelholz, die zu sinnlich-romantischen Mußestunden und ausschweifender Meditation einladen…
Editions de Parfums Frederic Malle: Grenzenlose Freiheit für „Duft-Autoren“
Frederic Malle ist ein ausgewiesener, ja, geradezu intimer Kenner der Parfümeurs-Zunft und ihrer spezifischen Bedürfnisse; sein Großvater Serge Heftler war der Gründer von Parfums Christian Dior, er selbst arbeitete jahrelang in der Parfumindustrie, seit 1986 etwa für die renommierten Laboratorien von Roure Bertrand Dupont. Frédéric Malle weiß, was es braucht, um einen wirklich einzigartigen und herausragenden Duft zu kreieren: vor allem nämlich kreative Freiheit.
Die Parfums seiner Kollektion Editions de Parfums Frederic Malle sind ganz diesem Gedanken gewidmet: Den kreativen Kopf und „Autor“ hinter dem Duft – den Parfümeur – konsequent zu befreien von allen möglichen Einschränkungen und Fesseln seines Schaffens, seien es Vorgaben hinsichtlich Zielgruppen, Marketing, Materialien, Produktionskosten, oder dergleichen mehr. „Ich gebe diesen „Düfte-Autoren“ völlige Freiheit, ihre Ideen auszuprobieren und auszudrücken. Jedem Parfümeur steht es dabei frei, die innovativsten Techniken und die seltensten Rohstoffe zu verwenden, die die Industrie zu bieten hat“, so Frederic Malle.
Dieser Ansatz, der den Parfümeur hinter dem Duft aus seinem traditionellen Schattendasein befreit und als „Autor“ und kreativen Künstler in den Focus rückt, setzt sich auch in der Gestaltung der Duftfläschchen nahtlos fort: Der edle, zylinderförmige Flakon ist zu einem charakteristischen Markenzeichen von Editions de Parfums Frederic Malle geworden. Auf dem schwarzen Etikett wird – für Parfüms ansonsten absolut ungewöhnlich – an exponierter Stelle der Name des Parfümeurs und „Autors“ des Duftes in Szene gesetzt, wodurch dieser eine besondere Würdigung erfährt. Außerdem findet sich darauf der Titel des Parfüms in roten Lettern. Der klare, durchsichtige Glasflakon, der den Blick frei gibt auf die in seinem Inneren verlockend schimmernde duftende Köstlichkeit, wird von einer in markantem Schwarz gehaltenen Verschlusskappe gekrönt.
Editions de Parfums Frederic Malle – die Parfümeure:
Unter dem Dach von Frederic Malles freigeistiger Kreativwerkstatt versammeln sich etliche Koryphäen des Parfümeurs-Handwerks unserer Zeit: Zehn namhafte Top-Parfümeure (Pierre Bourdon, Jean-Claude Ellena, Edouard Fléchier, Olivia Giacobetti, Dominique Ropion, Maurice Roucel, Ralf Schwieger, Carlos Benaïm, Sophia Grojsman und Michel Roudnitska) hatten bislang die Gelegenheit, im Rahmen seiner Editions de Parfums Frederic Malle ihrer Kreativität ungezügelt freien Lauf zu lassen. Das Ergebnis sind experimentell-verspielte bis virtuos-geniale, aber auch aufregend nonkonformistische Parfüm-Kreationen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, denen aber – bei all ihrer konzeptionellen wie olfaktorischen Unterschiedlichkeit – eines gemeinsam ist: dass sie auf eine geradezu erfrischende Weise „anders“ sind…
Aber auch ein bislang unveröffentlichtes Werk der unvergessenen Parfümmeister-Legende Edmond Roudnitska (1905-1996) gehört zu den Highlights der Frederic-Malle-Kollektion: Mit „Le Parfum de Thérèse“ kommt im Rahmen von Editions de Parfums Frederic Malle eine der wohl bedeutendsten Duftkompositionen Edmond Roudnitskas posthum zu Ehren: Er kreierte das Parfum bereits zu den Hochzeiten seiner Kunst in den späten 1950er Jahren; veröffentlicht wurde es seinerzeit dann aber nicht – ungeachtet der Anerkennung und Bewunderung, die es bei Kollegen Edmond Roudnitskas fand. Denn ästhetisch und konzeptionell galt es als seiner Zeit weit voraus, als einfach zu modern, zu fortschrittlich für die damalige Ära. Über Jahre hinweg war es daher allein seiner Namensgeberin Thérèse (der Gattin und Mitarbeiterin seines Schöpfers) vorbehalten, den Duft zu tragen. Mit „Le Parfum de Thérèse“ hat Frédéric Malle also einen echten Duft-Schatz geborgen – und ein lange Zeit gehütetes Parfüm-Geheimnis gelüftet…
Editions de Parfums Frederic Malle – die Düfte:
Die aktuelle Kollektion von Frederic Malle umfasst annähernd 30 verschiedene Düfte, unter denen man neben einer Vielzahl edler Parfümkreationen auch neun Duftkerzen findet, die Sophia Grojsman, Carlos Benaïm und Dominique Ropion speziell für Editions de Parfums Frederic Malle kreiert haben. Zudem wird die illustre Parfümeurs-Riege schon demnächst um einen weiteren klangvollen Namen erweitert: Bruno Jovanovic, der für so manchen Duft aus dem Hause Giorgio Armani und Calvin Klein verantwortlich zeichnet, aber auch als Co-Parfümeur an der Komposition so weltbekannter Parfüms wie „Lady Million“ von Paco Rabanne oder Karl Lagerfelds „Liquid Karl“ beteiligt war. Bei Editions de Parfums Frederic Malle zeigt Bruno Jovanovic, dass er bei weitem nicht „nur“ Mainstream kann… lassen Sie sich überraschen!
Mag die Bezeichnung „außergewöhnlich“ in Bezug auf Düfte auch manchmal überstrapaziert wirken – hier trifft sie genau zu. Die Parfüms von Editions de Parfums Frederic Malle sind in jeder Hinsicht außergewöhnliche Duftkompositionen, die weltweit nur in ganz wenigen, handverlesenen und nach strengen Qualitätskriterien ausgewählten Parfümerien erhältlich sind.
Wir freuen uns daher ganz besonders, Ihnen diese hochexklusive Kollektion ab sofort auch in unserem Ladengeschäft, der Kurfürsten Parfümerie in Mannheim, und seit gestern außerdem auch online in unserer Internet-Düfteboutique präsentieren zu können!
Editions de Parfums Frederic Malle bei Essenza Nobile
Verruchte Salome vs. Omas Backschublade: Duft-Kontroverse um Byredos „Seven Veils“

Byredos neuester Duft Seven Veils erweckt ganz unterschiedliche Assoziationen, Impressionen und Bilder. Längst nicht alle stimmen dabei mit Ben Gorhams Vision von der tanzenden, verruchten Verführerin Salome überein: „Wenn ich den Duft trage, fühle ich mich wie ein riesiges weihnachtliches Vanille-Zimtplätzchen!“
In aller Regel stimmt die Namensgebung eines Duftes durchaus mit den durch ihn (mehrheitlich) ausgelösten Empfindungen überein, ist zumindest allgemein konsensfähig. Beispielsweise wird wohl kaum jemand empört widersprechen, wenn Kilian Hennessy seine bekannte orientalische Oud-Düfteserie „Arabian Nights“ nennt. Nicht immer jedoch wird die mit dem Parfümnamen zum Ausdruck gebrachte, ganz persönliche Vision des Duftschöpfers von allen Trägerinnen und Trägern des Parfums kritiklos geteilt. Ein brandaktuelles Beispiel hierfür ist der neueste BYREDO-Duft Seven Veils. Der Name des Duftes („sieben Schleier“) ist eine Anspielung auf den „Tanz der sieben Schleier“ der biblischen Salome. Die damit verbundenen Assoziationen liegen auf der Hand: Die betörend-verruchte Salome,… sinnliche Verführungskünste und Bauchtänze bei nächtlichem Flammenschein,… geheimnisvolle orientalische Erotik – und dergleichen mehr.
BYREDO-Chef Ben Gorham hatte dementsprechend zu Seven Veils folgende Bilder vor Augen:
„An diesem frühen Morgen ging der Mond erst spät unter, und man fühlte seine Anziehung, einen Magnetismus, wie ihn die Sonne nie ausüben zu vermag. Die Luft war erfüllt von dreierlei Erinnerungen. Deine Art, die Schleier zu halten, sie durch die Finger gleiten zu lassen, die Seide, die im Wind weht. Mit ihr zieht eine Quinte, ein Akkord in Moll entlang eines antiken Violinbogens. Sein Echo klingt lauter und lauter in unseren Ohren wider. Es schwillt zu einer Intensität an, die selbst das Schlagen unserer Herzen übertönt. Du erhebst Dich, auf Deine Füße und höher noch. Und tanzt, in scheinbar endloser Umdrehung, den Tanz der sieben Schleier“…
Dass Ben Gorham bei der Kreation von Seven Veils an Salome und ihren „Tanz der sieben Schleier“ denken musste, heißt freilich noch lange nicht, dass dies auch auf all jene zutrifft, die dieses Parfüm riechen oder letztlich tragen werden. Und so teilen bei weitem nicht alle, die bislang schon das Vergnügen hatten, den neuen BYREDO zu schnuppern oder probezutragen, die zuvor zitierte, ganz persönliche Vision Ben Gorhams von seiner Kreation Seven Veils. Der Duft löst vielmehr mitunter Assoziationen aus, die in eine völlig andere Richtung gehen. Kurz gesagt: Weg vom heißen orientalischen Tanzboden – mitten hinein in Omas gute, alte Backküche! Herzlich willkommen.

Verruchte Verführerin Salome vs. Omas Backküchen-Gemütlichkeit: ein Duft - zwei Welten! Nicht etwa die Dame links (Salome), sondern die rechts im Bild ist für manche Parfümfans die (gefühlte) wahre Inspirationsquelle hinter Seven Veils. „Seven Veils (…) riecht anfangs wie die Backschublade meiner Oma, nach warmer Behaglichkeit, ein bisschen nach Völlerei…“
So schreibt etwa die Userin Feline im Seven-Veils-Forum von parfumo: „Wenn ich den Duft trage, fühle ich mich wie ein riesiges weihnachtliches Vanille-Zimtplätzchen!“ Klingt zum einen herrlich surreal, zum anderen auch – zumal ja in der jetzigen Vorweihnachtszeit! – überaus lecker… mit der biblischen Salome dürfte diese Impression des neuen BYREDO-Duftes aber ungefähr genau so viel oder wenig zu tun haben wie Omas köstlich duftende Backschublade, an die sich parfumo-Userin Bellemorte durch den Duftauftakt von Seven Veils unwillkürlich erinnert fühlt:





























